Flüchtling muss wegen Fussmarsch in Haft

Ein sudanesischer Flüchtling wurde in Grossbritannien zu neun Monaten Haft verurteilt, weil er durch den Ärmelkanal gelaufen ist und dabei den Verkehr behindert hat. (Symbolbild)
Ein sudanesischer Flüchtling wurde in Grossbritannien zu neun Monaten Haft verurteilt, weil er durch den Ärmelkanal gelaufen ist und dabei den Verkehr behindert hat. (Symbolbild) © Keystone/EPA/ETIENNE LAURENT
Weil er durch den Ärmelkanal-Tunnel von Frankreich nach England lief, ist ein sudanesischer Flüchtling in Grossbritannien zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Der 40-Jährige hatte nahezu die gesamten 50 Kilometer des Tunnels zu Fuss durchquert, um nach England zu gelangen.

Anfang August wurde er nahe der Tunnelausfahrt in der Grafschaft Kent festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Flüchtling vor, den Verkehr im Tunnel behindert zu haben. Darauf stehen bis zu zwei Jahre Haft. Das Gericht in Canterbury verurteilte ihn am Mittwoch zu neun Monaten Gefängnis – liess ihn aber umgehend frei, weil er die Strafe bereits durch die Untersuchungshaft abgesessen hat. Der 40-Jährige kann auch in Grossbritannien bleiben: Sein Asylantrag wurde in der Zwischenzeit anerkannt.

Immer wieder versuchen Flüchtlinge, von Nordfrankreich aus auf Fähren oder durch den Ärmelkanal-Tunnel nach England zu gelangen. Tausende Flüchtlinge campieren seit Jahren in einem Lager bei Calais und warten dort auf eine Gelegenheit zur Flucht.

(SDA)


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