Gefilmt beim Umziehen

Die Notaufnahme im Kantonsspital St.Gallen
Die Notaufnahme im Kantonsspital St.Gallen © Keystone
Eine Frau begab sich im Kantonsspital in ein Untersuchungszimmer, um sich umzuziehen. Dort entdeckte sie eine Kamera, die sie filmte. Daten- sowie Patientenschutz sind nicht erfreut darüber.

Im Herbst 2015 musste die Frau in die Notaufnahme des Kantonsspitals St.Gallen. In einem geschlossenen Behandlungszimmer habe sie sich für eine Untersuchung umgezogen, erklärt sie “20 Minuten”. “Erst, nachdem ich das Spitalhemd ausgezogen hatte, bemerkte ich eine Videokamera, die an der Decke in der Ecke des Zimmers befestigt war”, erzählt sie. Sie sei mit blossem Oberkörper gefilmt worden.

Übliche Praxis schon seit Jahren

Im Kantonsspital St.Gallen bestätigt man, dass seit Jahren Karmeras im Eingangsbereich sowie in mehreren Behandlungszimmern eingesetzt werden. “In den Behandlungszimmern dienen die Kameras ausschliesslich der Patientensicherheit”, sagt Philipp Lutz, Medienbeauftragter des Kantonsspitals St.Gallen. Es werde jedoch in allen Zimmern auf die Kameras hingewiesen. Zudem seien es Echtzeitaufnahmen. Dementsprechend werden die Daten nicht gespeichert.

Verhältnismässig oder nicht?

“Für mich wird hier ganz klar eine Grenze überschritten”, sagt Patientenschützerin Margrit Kessler. Für die Dateschutzbeauftragte des Kantons St.Gallen, Corinne Suter Hellstern, muss geprüft werden, ob es verhältnismässig ist, einen Patienten zu filmen. “Das unterscheidet sich von Fall zu Fall.”

(red)


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