Geld aus Fürsorgestiftung für Zinctec-Entlassene

Zinctec ist der grösste Arbeitgeber in Egnach
Zinctec ist der grösste Arbeitgeber in Egnach © FM1Today/Luana Wüstiner
Kommende Woche dürfte klar sein, über welche Mittel die Fürsorgestiftung der Thurgauer Verzinkerei verfügt. Das Geld soll an die gekündigte Belegschaft verteilt werden.

Thomas Griesser Kym/St.Galler Tagblatt

Im Tauziehen um einen Sozialplan für die gekündigten rund 40 Mitarbeitenden der Egnacher Verzinkerei Zinctec AG zeichnet sich eine Entspannung ab. Voraussichtlich am Freitag in einer Woche will die Firmenleitung die Belegschaft informieren, wie viele Mittel in der Fürsorgestiftung des Unternehmens vorhanden sind und wie diese Mittel verwendet werden können. Das sagt auf Anfrage Heinz Schmidhauser vom Unternehmernetzwerk Adlatus, der im Auftrag der Firmenleitung der Zinctec deren Mitarbeitende vor Ort betreut und unterstützt.

«Nicht über fünf Millionen Franken»

Wie für die Gewerkschaft Unia ist auch für Schmidhauser klar: «Das Geld in der Fürsorgestiftung gehört den Arbeitnehmenden.» Der ehemalige Geschäftsführer des Sirnacher Industriebetriebs EKU spricht von einem «namhaften Betrag». Allerdings verfüge die Stiftung «sicher nicht über fünf Millionen Franken». Diese Summe hatte vor gut zwei Wochen Unia-Gewerkschafter Stefan Brülisauer genannt, die es in vergleichbaren Fällen gebraucht habe, um einen «fairen Sozialplan» zu finanzieren. Aber Brülisauer hatte selber auch die Vermutung geäussert, dass die Stiftung wohl über weit weniger Mittel verfüge.

Geld für Pensionskasse, Härtefälle, Abfindungen

Gestern zeigte sich Brülisauer unzufrieden mit der Firmenleitung und sagte, diese verweigere sich Gesprächen. In einem Brief forderte die Personalkommission am vergangenen Montag eine Betriebsversammlung im Beisein von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat, und zwar heute Mittwoch. Schmidhauser sagte, dieser Termin ergäbe keinen Sinn. «Momentan klären Fachleute noch ab, wie man das Geld der Fürsorgestiftung verteilen kann, etwa für die Pensionskasse, für Härtefälle und für Abfindungen.» In gut einer Woche sollte man so weit sein, und deshalb solle die Betriebsversammlung voraussichtlich Freitag in einer Woche über die Bühne gehen.

Im Unternehmen selber, das der Berner Muttergesellschaft SDL gehört, ist laut Schmidhauser kein Geld vorhanden; «wir sind froh, wenn wir es ordentlich abwickeln und die Altlasten entsorgen können». Die Löhne seien aber gesichert. In der Zinctec, die Ende April wegen eines Investitionsstaus schliesst, sind die Angestellten nur noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Von den 40 Betroffenen hätten 14 bereits eine neue Arbeit gefunden.

Dieser Artikel erschien am 13. März auf Tagblatt.ch


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