Gendersternchen-Witz empört Transmenschen

In ihrer Satire-Sendung machten sich Viktor Giacobbo und Mike Müller über das Gendersternchen lustig. Das gefällt nicht allen. (Archivbild)
In ihrer Satire-Sendung machten sich Viktor Giacobbo und Mike Müller über das Gendersternchen lustig. Das gefällt nicht allen. (Archivbild) © SRF Nici Jost
Neues Unterkapitel im Streit darum, wie weit Satire gehen darf: Transmenschen fordern von Fernsehen SRF eine Entschuldigung, weil in der Sendung “Giacobbo/Müller” Witze gemacht wurden über das Gendersternchen. Dieses * erweitert Ausdrücke ins Geschlechtsneutrale.

Die beiden Satiriker berichteten letzten Sonntag darüber, dass die SP Frauen sich gern SP Frauen* nennen würden, um ihre Offenheit gegenüber Transmenschen zu signalisieren. Die deutschen Grünen beispielsweise haben das Gendersternchen eingeführt als eine der Möglichkeiten, sich geschlechtsneutral auszudrücken.

Zum SP-Vorschlag meinte Mike Müller “Früher hat sich der einfache SP-Arbeiter gefragt beim Pinkeln: Darf ich stehen oder muss ich mich hinsetzen? Heute ist das anders. Heute überlegt sich die SP-Transe: Bin ich schon so weit operiert, dass ich beim Seichen noch stehen kann, oder muss ich sowieso absitzen?”

Etwas später verband Viktor Giacobbo das Thema mit dem muslimischen Händeschüttel-Embargo: Wenn Muslime Frauen nicht die Hand geben dürfen, wie sei es denn bei “Transen”?

Die mehrfache Verwendung des diskriminierenden Begriffs “Transe” ist einer der Punkte, die von der von Aktivistin.ch veröffentlichten Petition kritisiert werden. Ausserdem hätten die beiden Satiriker offensichtlich den Zweck des Gendersternchens nicht verstanden. “Wir fordern eine öffentliche Entschuldigung von Viktor Giacobbo und Mike Müller bei allen Transmenschen”, endet das Online-Dokument.

Bis am Sonntag wurde die Petition von 710 Menschen unterzeichnet.

(SDA)


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