Fast 10’000 Menschen solidarisieren sich in Genf mit Beamtenstreik

Viele Staatsangestellte legten heute in Genf die Arbeit nieder und demonstrierten, wie auf dem Bild Polizisten und Gefängniswärter vor dem Hauptquartier der Polizei.
Viele Staatsangestellte legten heute in Genf die Arbeit nieder und demonstrierten, wie auf dem Bild Polizisten und Gefängniswärter vor dem Hauptquartier der Polizei. © KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI
Fast 10’000 Menschen sind am Dienstag in Genf aus Protest gegen Kürzungen beim Staatspersonal auf die Strasse gegangen. Am Mittwoch soll der Streik der Staatsangestellten weitergehen.

Nach Angaben der Gewerkschaften nahmen am Dienstag zwischen sechzig und achtzig Prozent der Lehrpersonen der obligatorischen Volksschule am Streik des Genfer Staatspersonals teil. Noch höher fiel die Beteiligung bei der Polizei aus, bei der in manchen Abteilungen bis zu hundert Prozent der Angestellten die Arbeit niederlegten.

“Der Streik ist bereits ein enormer Erfolg”, sagte Paolo Gilardi von der Gewerkschaft des öffentlichen Personals um 14.30 Uhr unter tosendem Applaus an einer Versammlung, an der 1500 Personen teilnahmen. Die Teilnehmenden beschlossen bei lediglich sieben Enthaltungen, den Streik am Mittwoch zusammen mit den Bauarbeitern fortzusetzen. An der anschliessenden Demonstration im Stadtzentrum nahmen nach Angaben der Gewerkschaften fast 10’000 Menschen teil.

Gilardi appellierte an die Streikenden, sich für Streiks bereitzuhalten, bis sich die Regierung bereit erkläre, auf Verhandlungen ohne Vorbedingungen einzusteigen. Er kritisierte, dass sich die Regierung bisher nur diskussionsbereit gezeigt habe, sofern am Ziel einer linearen Kürzung der Personalkosten festgehalten werde.

Die Genfer Kantonsregierung hatte Anfang September angekündigt, bis in drei Jahren bei den Personalkosten fünf Prozent einsparen zu wollen. Dabei soll es weder zu Entlassungen noch zu Lohnkürzungen oder einer Verschlechterung der Bedingungen bei den Pensionierungen kommen. Hingegen will die Regierung die 42-Stunden-Woche einführen, Teilzeitarbeit fördern und manche Stellen bei Abgängen nicht neu besetzen.

(SDA)


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