Gewässerverschmutzung: Tausende Fische sterben

Durch die Röhre in diesem Hang, soll die Aach verschmutzt worden sein
Durch die Röhre in diesem Hang, soll die Aach verschmutzt worden sein © Tagblatt/Markus Schoch
“Jetzt reicht’s!”, sagt der Thurgauer Fischereiverband. Seit Ende August sind in der Salmsacher Aach tausende Fische gestorben. Dies, weil der Bach durch Gülle verschmutzt wurde. Jetzt hat der Fischereiverband eine Strafanzeige eingereicht. Beim Kanton ist das Problem seit 30 Jahren bekannt.

“Die Auswirkungen sind verheerend”, sagt Christoph Maurer, Präsident des Thurgauer Fischerverbandes. Seit der massiven Verschmutzung Ende August, sei der untere Teil des Baches auf einer Länge von 600 bis 800 Meter quasi Tod. Maurer findet deutliche Worte: “Tausende Fische und andere Lebewesen sind elendig krepiert”.

Die Verschmutzungen entstehen an einer Stelle, wo zwei Regenwasserleitungen in die Salmsacher Aach fliessen. Sie sollten eigentlich Regenwasser fassen und ableiten. Immer wieder wird aber auch Gülle in den Bach gespült. Das Problem besteht offenbar seit über 30 Jahren. Entscheidendes sei bis heute nicht passiert, moniert der Fischereiverband und hat deshalb die Strafanzeige eingereicht.

“Das Amt für Umwelt setzt alles daran, dass das Problem endlich gelöst wird”, erklärt Irene Purtschert Sinniger, Leiterin der Abteilung Abwasser und Anlagensicherheit, in der Thurgauer Zeitung. In der Vergangenheit sei es schwierig gewesen, die Verursacher nicht nur zu finden, sondern den Tatbestand auch zu beweisen. Seit der neuerlichen Verschmutzung vor wenigen Wochen laufe ein Verfahren. “Als Sofortmassnahme wurde die Ableitung mit einer Absperrblase verschlossen. Sich dort ansammelndes Schmutzwasser muss abgepumpt und in die Güllegrube gleitet werden”, sagt Purtschert Sinniger. Warum dieser Verschluss entgegen der Anordnung des Kantons entfernt wurde, sei Gegenstand des laufenden Verfahrens. (cas)


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