Gibt es bei Lego immer mehr Waffen?

Von Lara Abderhalden
Neue Filme beeinflussen die Themen bei Lego.
Neue Filme beeinflussen die Themen bei Lego. © AP Photo/Warner Bros. Pictures
Star Wars Figuren, die mit Laserschwerten herumfuchteln, fliegende Kriegsschiffe oder kickende Ninja-Kämpfer: Die Lego-Welt wird immer futuristischer und gewalttätiger. Wie eine englische Studie zeigt, gibt es in jeder dritten Lego-Packung Waffen. Es gibt Waffen bei vielen Lego-Sets, bestätigt ein Ostschweizer Spielzeugverkäufer, diese seien aber oftmals harmlos.

“Es gibt einzelne Themenbereiche, bei denen Waffen eine Rolle spielen”, sagt Jürg Bruhin, Inhaber des Spielwarengeschäfts Pezzoni AG in Rebstein. “Die Waffen werden aber nur verwendet, um andere Figuren ausser Gefecht zu setzen und nicht sie zu erschiessen oder zu töten.” Es gehe häufig darum, dass die Kinder herausfinden, wie sie ihren Gegner besiegen können. Mit Logik und Taktik, ohne “sinnloses erschiessen”. Er glaubt daher auch nicht, dass die Kinder durch den Gebrauch der Lego-Sets gewaltbereiter werden.

Mehr Science Fiction

Schon früher hätten die Kinder mit Rittern, Indianern und Cowboys gespielt. Schon früher seien Waffen im Spiel gewesen und dies sei heute grundsätzlich nicht anders. Was Bruhin jedoch feststell ist, dass sich die Art der Waffen verändert hat: “Heute wird mit vielen futuristischen Elementen gespielt.” Statt normalen Schwerten, gibt es Laserschwerte und aus Kriegsschiffen wurden Space Shuttles. Dies unterstreiche noch deutlicher, dass die Kinder das Ganze als Spiel wahrnehmen: “Die Elemente, mit denen die Kinder spielen, gibt es in der echten Welt nicht. Sie können daher auch keinen Bezug herstellen.”

Einen sehr grossen Einfluss habe die Digitalisierung. “Dadurch, dass heute fast jedes Kind ein Tablet oder ein Smartphone besitzt, ist auch Lego auf diesen Zug aufgesprungen.” Viele Figuren können virtuell mit speziellen Kräften “aufgeladen” werden. “Es besteht die Möglichkeit die Lego-Figuren in Online-Spielen zu bewegen.”

Lego wird weiblicher

Digitalisierung auf der einen Seite, Feminisierung auf der anderen: “Man merkt, dass Lego auch gesellschaftliche Entwicklungen wahrnimmt.” So gäbe es bei den neusten Lego-Themensets immer häufiger Frauen, die die Hauptrolle darstellen. “Die weiblichen Helden bezwingen ihre Gegner oft mit Intelligenz, während die Männer versuchen mit ihrer Muskelmasse den Feind in die Flucht zu schlagen.” Auch Sets, die sich speziell an Mädchen wenden, seien beliebt. “Im Moment haben wir ein Set vollkommen in pink”, dieses werde besonders oft gekauft.

Immer mehr Kinder wollen Schaumstoff-Waffen

Während Jürg Bruhin im Lego-Bereich, keinen markanten Anstieg an Waffen beobachtet, tut er dies dafür im Verkauf von Spielzeug-Waffen im Allgemeinen. “Die Nachfrage nach einer Armbrust, Wasserpistolen, Schaumstoff-Gewehren oder Pfeilbogen hat bei uns in den letzten Jahren zugenommen.” Es scheint ein Bedürfniss zu sein. Ob die Kinder diese Waffen mit Gewalt in Verbindung bringen, diese Frage sei auch hier offen aber: “Mir ist es lieber, wenn die Kinder mit Schaumstoff aufeinander schiessen, als mit echten Pistolen.”

(abl)


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