Glücklicher Sieg in der Nachspielzeit

Yrondu Musavu-King jubelt nach seinem Treffer zum 1:1.
Yrondu Musavu-King jubelt nach seinem Treffer zum 1:1. © KEYSTONE/Walter Bieri
Der FC St.Gallen gewinnt dank eines Tores von Nassim Ben Khalifa in der 93. Minute mit 1:2 gegen GC. Bis zur 75. Minute brachten die Espen kaum ein Bein vor das andere. Unsere Spielernoten.

Die Partie war bis zum St.Galler Steigerungslauf geprägt von Fehlpässen und Abstimmungsproblemen, ein Sieg für GC schien sich abzuzeichnen, doch es kam anders.

Tor

Dejan Stojanovic: 5.0
Hielt sich bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung tadellos. Parierte einige Male gegen den wirbligen Jeffrén und bügelte die Fehler seiner Vorderleute aus. Hoffen wir, dass sich Stojanovic rasch erholt.

Daniel Lopar: 5.0
Musste in der letzten halben Stunde für den verletzten Stojanovic ran. Löste seine Aufgabe ohne Probleme und integrierte sich sofort ins Spiel.

Verteidigung

Silvan Hefti: 4.5
Hefti begann schwach, wurde mit zunehmendem Fortschritt der Partie besser und konnte sich vor allem gegen Ende des Spiels gut in den Angriff einschalten. Beinahe hätte er sich in der 90. Minute einen Assist gutschreiben lassen können, als seine Massflanke fast von Itten verwertet worden wäre.

Yrondu Musavu-King: 4.0
From zero to hero. Verursachte zwar in der 72. Minute grobfahrlässig einen Penalty, indem er seinen Gegenspieler glasklar umriss. Gut zehn Minuten später machte er seinen Fehler jedoch wieder vergessen, als er nach einem Eckball das zwischenzeitliche 1:1 erzielte.

Alain Wiss: 5.0
Souveräner Auftritt von Wiss. War der beste Verteidiger des heutigen Abends. Hielt seine Viererkette gut zusammen. Auch wenn Wiss ebenfalls einige Fehlpässe verursachte: Der Einsatz stimmte.

Andreas Wittwer: 4.0
Eine diskrete Leistung des Aussenverteidigers. Verursachte viele Fehlpässe und Stoppfehler. Auch wenn ihm ansonsten ein gutes Spiel gelang: Der Spielaufbau muss einfach besser funktionieren.

Mittelfeld

Marco Aratore: 3.5
Knüpfte an seine vergangenen Auftritte an und lieferte eine ungenügende Leistung ab. Wo ist der unwiderstehliche Aratore der Hinrunde abgeblieben? Zwar konnte er sich ab und zu gut ins Offensiv-Spiel einschalten, dennoch wäre eine kreative Pause wahrscheinlich nicht fehl am Platz.

Stjepan Kukuruzovic: 3.5
War im ersten Durchgang Quelle vieler Fehlpässe. Seine Zuspiele fanden viel zu selten einen eigenen Mitspieler, verlor zudem viele Zweikämpfe. Wurde in der 60. Minute folgerichtig ausgewechselt.

Nzuzi Toko: 5.0
Einer der wenigen Lichtblicke im Mittelfeld. Auch er verschlief den Beginn in diese Partie komplett, konnte sich dann aber steigern. Lieferte beide Assists zu den Toren und zeigte, weshalb er so wertvoll für die Mannschaft ist.

Peter Tschernegg: 4.5
Wäre heute wahrscheinlich die bessere Alternative für Kukuruzovic gewesen. War nach seiner Einwechslung bemüht, sich ins Offensivspiel einzuschalten und den Ball schnell zirkulieren zu lassen.

Runar Sigurjónsson: 3.5
Kam an seiner alten Wirkungsstätte nie auf Touren und zog einen schlechten Tag ein. Seine Bälle fanden selten einen Abnehmer, zudem unterliefen ihm viele ungewohnte Stoppfehler.

Sturm

Roman Buess: 4.0
Wurde heute von der GC-Verteidigung komplett aus dem Spiel genommen und zeitweise richtig abgeschirmt. Konnte sich daher kaum ins Spiel einbringen. Rein vom Einsatz her kann man ihm aber nichts vorwerfen.

Nassim Ben Khalifa: 4.5
War bis in der 93. Minute kaum aufgefallen und sah wie Sturmpartner Buess kaum einen Ball. Als dann das kluge Zuspiel von Toko ankam, verwertete Ben Khalifa eiskalt und sicherte seinen Farben mit diesem Effort den Sieg.

Cedric Itten:
Aufgrund der kurzen Einsatzzeit verzichten wir auf eine Bewertung.

FM-1 Teamdurchschnitt: 4.3

Fazit

Schlecht gespielt und trotzdem gewonnen. Tugenden, die man vom FCSG eigentlich nicht kennt. Contini sprach an der Pressekonferenz schonungslos von einer «schlechten Leistung». Trotzdem ist man hier mit einem blauen Auge davongekommen. Am kommenden Mittwoch muss jedoch eine Leistungssteigerung her, denn mit einer solchen Darbietung kann man gegen den FC Zürich nicht gewinnen.

(Reto Latzer)


Newsletter abonnieren
2Kommentare
noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel