Graubünden budgetiert 55 Millionen Franken Defizit

Die Ausgaben sinken um 4,4 Prozent. Dennoch resultiert ein Minus.
Die Ausgaben sinken um 4,4 Prozent. Dennoch resultiert ein Minus. © KEYSTONE/Christian Beutler
Der Kanton Graubünden budgetiert 2016 ein Defizit von 50,8 Millionen Franken und liegt damit praktisch auf dem Niveau des Voranschlages vom Vorjahr. Die Ausgabenüberschüsse dürften ab 2018 aber stark steigen, laut Finanzdirektorin Barbara Janom Steiner auf bis zu 90 Millionen Franken.


Die steigenden Defizite sind vorwiegend verursacht durch höhere Transferausgaben, wie Beiträge an Dritte und Abschreibungen der Investitionsbeiträge, wie Janom Steiner erklärte. Zudem fliessen weniger Gelder aus dem Neuen Finanzausgleich. Auch erwartet der Kanton keinen Gewinnanteil von der Nationalbank.

Gemäss Voranschlag 2016 sinken im Budgetvergleich die Ausgaben um 4,4 Prozent respektive 110 Millionen Franken auf 2,4 Milliarden Franken und die Einnahmen um 4,2 Prozent oder 99 Millionen Franken. Weil nächstes Jahr aber die Bündner Finanzausgleichsreform in Kraft tritt und die Revision des Finanzhaushaltsgesetzes des Bundes greift, sind die Zahlen laut Janom Steiner aber nur eingeschränkt vergleichbar.

Höhere Steuereinnahmen

Deutlich höher als vergangenes Jahr werden die Steuereinnahmen von den natürlichen Personen eingeschätzt. Erwartet werden Einnahmen von 541 Millionen Franken, 48 Millionen mehr als im Budget 2015. Alle anderen Steuererträge sollen stabil bleiben.

Die Finanzdirektorin sprach am Donnerstag in Chur von einer noch guten Ausgangslage. Der Kanton zahlte dieses Jahr seine letzten Schulden und wurde schuldenfrei.

Die erwarteten Defizite der nächsten Jahre seien verkraftbar angesichts eines Eigenkapitals von 2,7 Milliarden Franken, wovon 400 bis 500 Millionen Franken kurzfristig verfügbar seien, sagte Janom Steiner. Eine Steuererhöhung oder Sparprogramme sind für die Finanzdirektorin darum kein Thema.

Hohe Investitionen

Hoch hält der Kanton die Investitionen. Die Bruttoinvestitionen von 400 Millionen Franken liegen zwar 37 Millionen tiefer als im Vorjahr. Der Unterschied ist aber buchhalterischer Art. Die Nettoinvestitionen von 247 Millionen Franken können zu 42,5 Prozent eigenfinanziert werden.(SDA)


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