Grosse Solidarität nach Vollbrand

Das Haus in Grabs stand in Vollbrand.
Das Haus in Grabs stand in Vollbrand. © todayreporter
Ein Vollbrand nahm einer neunköpfigen Familie in Grabs alles. Verletzt wurde am vergangenen Sonntag glücklicherweise niemand, dennoch haben die Bewohner des Mehrfamilienhauses ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Ein Sammelaufruf auf Facebook soll helfen.

Aisha Alfarez und ihr Freund kennen die Familie, sind mit einem Sohn befreundet. Den Brand haben sie von ihrem Garten aus bemerkt. «Wir haben schnell gesehen, dass der Rauch nicht aus einem Kamin kommt. Es war klar, dass etwas brennt. Wir haben uns gleich auf den Weg gemacht und sind gleichzeitig mit der Feuerwehr angekommen», sagt Alfarez.

Die beiden sind dort geblieben und erst spät nach Hause gekommen. «Wir haben gedacht, dass wir dem Sohn Kleider von meinem Freund bringen können. Daraus ist auch die Idee entstanden, einen Sammelaufruf zu starten», sagt Alfarez.

Levin,18 und Aisha Alferez sammeln in Grabs.

Levin und Aisha Alferez sammeln nach dem Vollbrand in Grabs für die Familie Bild: zVg

Grosse Hilfsbereitschaft

In einer Facebook-Gruppe postete sie, dass ein guter Freund und dessen Familie alles verloren haben und fragte nach Kleidern, Möbeln, Bettwäsche und Küchenutensilien. Unzählige Kommentare reihen sich unter ihrem Beitrag, die Solidarität mit der Familie ist gross. «Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele melden würden und helfen wollen. Ich war etwas überfordert, alles zu beantworten», sagt Alfarez.

Leider habe es auch einige negative Kommentare gegeben, welche die Echtheit des Anliegens in Frage stellte. «Ich finde das schon etwas traurig, dass man einfach behauptet, es sei ein Fake, ohne dass man etwas darüber weiss. Aber darüber muss man wegsehen. Die positiven Reaktionen überwiegen und ich bin froh, dass sich viele so hilfsbereit zeigen», sagt Alfarez.

Sie sagt, wäre sie in dieser Situation, wäre sie sehr froh, wenn sie auf diese Art und Weise durch die Leute unterstützt werden würde.

Das Nötigste ist vorhanden

Die vielen Angebote sind da. Doch wie organisiert man, dass alles in Grabs ankommt? «Ich bin mit den Leuten in Kontakt. Wir sind natürlich sehr froh, wenn sie es nach Grabs bringen können, sonst müssen wir oft fahren. Aber natürlich mache ich auch gerne einige Fahrten, um Sachen abzuholen», sagt Alfarez.

Bis heute war noch nicht klar, welche Möbel genau benötigt sind und wo sie gelagert werden können. «Wir haben nun aber einen Raum zur Verfügung. Die Familie wird dann alles untereinander aufteilen», sagt sie.

Das Nötigste ist organisiert, die Sammelaktion geht aber noch weiter. Zuerst muss noch alles sortiert werden und dann weiss man, was es noch braucht. «Die Familie ist sehr dankbar, dass ich das mache. Bis wir genug für die drei Wohnungen und Generationen zusammenhaben, machen wir weiter», sagt Alfarez.

Bereits sind viele Kleider und weitere Spenden eingetroffen (Bild: zVg)

«Es ist wichtig, die Hand zu bieten»

Auch die Gemeinde Grabs zeigt sich solidarisch. Sie hat der Familie für die Übergangszeit zwei leerstehende Wohnungen zur Verfügung gestellt. «Derzeit ist die Familie aber noch anderweitig untergekommen. Es ist aber wichtig, sich als Gemeinde solchen Notsituationen anzunehmen und Hand zu bieten», sagt Niklaus Lippuner, Gemeindepräsident von Grabs.

Die Familie könne selbst entscheiden, ob sie in den Wohnungen unterkommen wolle oder nicht. «Sie sollen erst einmal zur Ruhe kommen und können sich jederzeit bei uns melden.» Die Gemeinde hat ausserdem ein Spendenkonto für die Familie eingerichtet.

Der in Buchs ansässige Hilfsverein «Werdenberger und Obertoggenburger helfen Werdenbergern und Obertoggenburgern» beteiligt sich mit einer Spende von 6000 Franken. Der Verein kann ohne lange administrative Wege Geld sprechen. Pro Gesuch oder Familie liegt die Obergrenze bei 2000 Franken. Diesen Betrag hat der Hilfsverein an alle drei Wohneinheiten garantiert.

Der Gemeindepräsident betont, man wolle die Aufgabe wahrnehmen und es der Familie nach diesem Schicksalsschlag so erträglich wie möglich machen. Der Sachschaden ist noch nicht beziffert,. Klar ist aber, dass das Haus für mehrere Monate nicht bewohnbar sein wird.

(sro)


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