Grosser Wachteleier-Betrug im Thurgau

Bewusst den Konsumenten getäuscht: Viele Eier sind aus Käfighaltung (Symbolbild).
Bewusst den Konsumenten getäuscht: Viele Eier sind aus Käfighaltung (Symbolbild). © KEYSTONE/DOC-STOCK/th foto-werbung
Ein Ostschweizer Produzent von Wachteleiern hat jahrelang spanische Eier an Schweizer Detailhändler verkauft und diese als hofeigene Schweizer Eier deklariert. Der Produzent sagt, es habe eine zu grosse Nachfrage gegeben.

Wer im Schweizer Detailhandel Wachteleier kauft, bekommt fast immer Eier vom Eierhof Rusch aus Hauptwil im Kanton Thurgau. Ob Migros, Coop, Globus, Manor oder Lidl, sie alle werden vom grössten Schweizer Produzenten beliefert, berichtet der Kassensturz. Das Versprechen: Schweizer Eier aus tierfreundlicher Bodenhaltung.

Laboranalysen von Kassensturz zeigen nun, dass dies gelogen war. Zumindest in vielen Fällen. Von acht untersuchten Eier-Packungen stammen vier nicht vom Hof. “Es ist ausgeschlossen, dass diese Eier aus der Schweiz stammen”, zitiert der Kassensturz Markus Boner vom Agroislab. Das Labor hat die Eier extrahiert und die Zusammensetzung analysiert.

Bewusster Betrug

Der Betrug hatte offenbar System. Das Umpacken und Umdeklarieren von spanischen Eiern sei Alltag gewesen auf dem Eierhof Rusch, berichten gemäss Kassensturz ehemalige Mitarbeiter. Der Eierproduzent Martin Rusch gibt die Täuschung zu. Die Nachfrage sei zu stark gestiegen, er habe sich nicht anders zu helfen gewusst, als “gleichwertige Produkte” zuzukaufen, “ohne dies korrekt zu deklarieren. Im Nachhinein ein Fehler, wie ich nun feststellen muss.”

Käfig- statt Bodenhaltung

Besonders brisant: Die meisten spanischen Wachteln leben in Käfigen. Wohl auch jene eines Lieferanten des Eierhofs Rusch. Statt Schweizer Eiern aus Bodenhaltung wurden den Konsumenten spanische Eier aus Käfighaltung untergejubelt. Der Fall wird heute Abend im Kassensturz beleuchtet.

Die Migros hat bereits reagiert und die Wachteleier aus dem Handel genommen sowie einen Lieferstopp veranlasst.

(red)


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