Gstaad erinnert an den Meistergeiger Yehudi Menuhin

Yehudi Menuhin (1916-1999) hat mit seiner Geige die Welt der Musik erobert. In Gstaad im Berner Oberland gründete er 1957 sein Festival, das ihn mit einem Jubiläumsprogramm ehrt (Archiv)
Yehudi Menuhin (1916-1999) hat mit seiner Geige die Welt der Musik erobert. In Gstaad im Berner Oberland gründete er 1957 sein Festival, das ihn mit einem Jubiläumsprogramm ehrt (Archiv) © /KEYSTONE/STR
Yehudi Menuhin gehört zu den grössten Geigern des letzten Jahrhunderts. Sein künstlerischer und humanistischer Geist atmet weiter, in der Schweiz auch am Gstaad Menuhin Festival. Am (heutigen) Freitag würde der Musiker 100 Jahre alt.

Yehudi Menuhin war nicht nur ein virtuoser Violinist mit einer aussergewöhnlichen Musikalität, sondern auch Pädagoge und Festivalgründer. So initiierte er 1957 das Gstaad Menuhin Festival in seinem damaligen Wohnort. Bis 1996 leitete der Geiger das Festival selbst und auch nach seinem Tod am 12. März 1999 blieb es ein wichtiger Bestandteil des Schweizer Festivalsommers.

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zu Yehudi Menuhins 100. Geburtstag stehen in Gstaad im Berner Oberland die drei musikalischen Hommagen des Pianisten András Schiff. Am 20., 23. und 25. Juli erklingen Werke unter anderem von Johann Sebastian Bach, Franz Schubert, Johannes Brahms, Joseph Haydn, Felix Mendelssohn und Ludwig van Beethoven.

Ein weiteres Highlight im Jubiläumsprogramm ist das Konzert des britischen Geigers Daniel Hope, der damit seinen Lehrmeister Yehudi Menuhin ehrt. Begleitet vom Australian Chamber Orchestra spielt Hope am 24. Juli in der Kirche Saanen Werke von Wojciech Kilar, Arvo Pärt, Philip Glass, Felix Mendelssohn und George Enescu.

Auf die Frage der Deutschen Presse-Agentur, was er von Yehudi Menuhin vor allem gelernt habe, sagte Hope: “Da gibt es so viel, menschlich und musikalisch! Musikalisch war es die Originalität. Er war so eigen in einem positiven Sinne. Er hat jedes Werk immer wieder so angeschaut, als würde er es zum ersten Mal sehen. Da war er sehr penibel. Er wollte – schon aus Respekt vor dem Komponisten – nie in so einen Rhythmus kommen, zu sagen: ‘Das kann ich schon, das hab’ ich drauf.’ Er hat immer nach einem neuen Blickwinkel gesucht.”

Mit einem Gala-Sinfoniekonzert gehen die Feierlichkeiten in Gstaad am 3. September zu Ende. Höhepunkt wird eine Welturaufführung sein: der Konzertsatz “Hymn for Yehudi” für 6 Violinen und Orchester, den der französische Jazz-Geiger Didier Lockwood für diesen Anlass komponiert hat.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen