Gut gekämpft – trotzdem verloren

Von Marco Latzer
Zweikampf zwischen Danijel Aleksic (links) und Alexander Fransson
Zweikampf zwischen Danijel Aleksic (links) und Alexander Fransson © KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Trotz zwischenzeitlicher Führung geht  der FC St. Gallen bei Ligakrösus Basel als Verlierer vom Rasen. Die Espen verdienen sich vor allem im kämpferischen Bereich gute Noten, spielerisch führte Basel beim 4:2 – erwartungsgemäss – die feinere Klinge. Hier geht es zur grün-weissen Einzelkritik.

Tor:

Daniel Lopar. Note: 4,0. Er hatte in dieser Saison schon viele Tage, an denen er so ziemlich jeden “unhaltbaren” Ball in unglaublicher Manier von der Linie kratzte. Heute allerdings nicht. Wuchs für einmal nicht über sich hinaus, beim Ausgleich von Janko nach einem Zuffi-Freistoss segelte ihm der Ball unglücklich zwischen den Fäusten hindurch. Letztlich kann man ihm aber keinen Vorwurf machen.

Verteidigung:

Pascal Thrier. Note: 4,0. Bemüht wie eh und je, anders als noch gegen GC blieben offensive Impulse von ihm dieses Mal aus.

Roy Gelmi. Note: 3,0. Eine seiner schwächsten Leistungen im St. Galler Dress. Sein Gegenspieler Marc Janko buchte drei Tore und schoss damit sein Team fast im Alleingang zum Sieg. Auch weil Gelmi den grossgewachsenen Österreicher immer wieder aus den Augen verlor.

Martin Angha. Note 4,5. Gewohnt kopfballstark – sowohl in der Abwehr als auch in der Offensive. Köpfelte gefährliche Bälle fast schon serienmässig aus dem eigenen Strafraum, buchte zudem auf der Gegenseite – ebenfalls mit Köpfchen – das zwischenzeitliche 2:1.

Florent Hanin. Note: 3,5. Dass er bei der Entstehung des Führungstreffers beteiligt war, ändert nichts daran, dass er im Spiel zeitweise einen überforderten Eindruck hinterliess.

Mittelfeld:

Marco Aratore. Note: 3,5. Leistete viel Laufarbeit, blieb aber für seine Verhältnisse blass. Keine entscheidenden Eingriffe ins Spielgeschehen heute.

Mario Leitgeb. Note: 4,0. Übernahm den Part des rotgesperrten Mutsch und füllte diesen letztlich befriedigend aus. Erwies sich als zäher Gegenspieler.

Gianluca Gaudino. Note: 4,0. Das Edeljuwel liess dann und wann sein technisches Können aufblitzen – letztlich aber in unentscheidenden Situationen. Aber trotzdem: Er ist einer, der zusammen mit Aleksic die Bälle nach vorne verteilen kann.

Danijel Aleksic. Note: 4,0. Die offensive St.Galler Schaltzentrale hatte in Basel einen schweren Stand. Ballsicher war der Serbe zwar, war aber vor allem bei seinen ansonsten gefürchteten Standards ziemlich harmlos. Immerhin: War da, als Vaclik beim 1:1 ausglitt und leitete indirekt den Ausgleich durch Salli ein.

Albert Bunjaku. Note 4,0. Toller Einsatz von “Bumbum”. Machte als gelernter Stürmer auch enorm viel gegen hinten, rackerte sich ab. Wohl die teamdienlichste Offensivkraft, über die der FC St.Gallen derzeit verfügt.

Sturm:

Edgar Salli. Note: 4,5. Sein Spitzname könnte “Duracell-Männchen” sein. Riesiges Laufpensum, immer anspielbar und einfach verdammt schnell. Buchte das 1:1, konnte immer wieder Lücken in die Basler Defensive reissen, war aber auch lange Zeit ziemlich auf sich alleine gestellt.

 

FM1Today-Teamschnitt: 3,9

Fazit: Gut gekämpft, aber keinen Blumentopf gewonnen. Trainer Joe Zinnbauer ärgerte sich nach dem Spiel über “dumme” Fehler und Gegentore, die seine Mannschaft zugelassen hatte. Phasenweise war das “kleine” St.Gallen dem grossen “Ligakrösus” aber ebenbürtig. Genau dieses Selbstverständnis, nämlich auch gegen vermeintlich übermächtige Gegner nicht aufzustecken und mutig zu spielen, muss die Mannschaft unbedingt konservieren. Trotz der Niederlage zeigt die Ostschweizer Formkurve auch nach diesem Spiel weiter nach oben. YB sollte die Grün-Weissen am nächsten Samstag in der AFG Arena nicht auf die leichte Schulter nehmen.


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