Guter Mix und positive Stimmung bei den Schwimmern

Jérémy Desplanches will in Rio an die gute Leistungen an der letztjährigen WM anknüpfen
Jérémy Desplanches will in Rio an die gute Leistungen an der letztjährigen WM anknüpfen © KEYSTONE/AP/MATT DUNHAM
Für die Schweizer Schwimmer dürfte an den Olympischen Spielen in Rio der Einzug in die Halbfinals das grösste der Gefühle sein. Die Entwicklung stimmt allerdings. “Schwimmen hat sich globalisiert”, sagte Steffen Liess, der Schweizer Teamchef Aquatics. “Das ist das spannende an diesem Sport.

” Dementsprechend schwierig ist es allerdings auch, ganz vorne dabei zu sein. Für die sieben Schweizer Einzelschwimmer ist schon das Überstehen der Vorläufe ein Erfolg, der Einzug in den Final dürfte für alle ausser Reichweite liegen.

Das Ziel von Swiss Swimming sind vier Halbfinal-Plätze (Top 16). Dies erachtet Liess als realistisch. Weiter werden möglichst viele persönliche Bestleistungen angestrebt. 70 Prozent würden an einem solchen Anlass keine Bestleistung schaffen, so Liess. “Das wollen wir schlagen.”

Liess, ein früherer Spitzenschwimmer, erachtet die Entwicklung in der Schweiz als “sehr gut”, da die Breite grösser geworden ist. Dies zeigt sich auch daran, dass diesmal fünf Olympia-A-Limiten erreicht wurden. Vor London war es bloss eine gewesen. “Wir haben in unserem Team einen guten Mix, gehen mit einer positiven Stimmung in die Wettkämpfe”, so Liess.

Grosse Hoffnungen hegt er in die Crawlstaffel der Frauen, ein vor anderthalb Jahren initiiertes Projekt. Maria Ugolkova, Sasha Touretski, Danielle Villars und Noëmi Girardet, die in Rio nur in der Staffel startet, haben Mitte Mai an der EM in London den Schweizer Rekord um insgesamt 1,96 Sekunden verbessert und den siebten EM-Platz belegt.

Liess ist vom Quartett, das eine Klassierung in den Top 12 anstrebt, dermassen überzeugt, dass er eine Wette mit Peter Haas, dem Leistungssportchef von Swiss Athletics, eingegangen ist. Erreichen die Schwimmerinnen in Brasilien eine bessere Platzierung als die 4×100-m-Leichtathletikstaffel der Frauen, muss Haas ein Nachtessen im Tessin zahlen, ansonsten Liess. Die Leichtathletinnen stellten Anfang Juli an der EM in Amsterdam im Vorlauf ebenfalls eine nationale Bestleistung auf und belegten Rang 5. Dennoch ist Liess “sehr zuversichtlich”.

Die Schwimm-Delegation ist am Dienstagmorgen in Rio angekommen, insofern sind die Eindrücke noch ziemlich frisch. “Das olympische Dorf ist echt schön”, sagte Martina van Berkel, Teamcaptain der Frauen. Bei den Männern nimmt Yannick Käser dieses Amt ein.

Beide nehmen zum zweiten Mal an Olympischen Spielen teil. Die beiden sind zusammen mit Maria Ugolkova und Jérémy Desplanches die aussichtsreichsten Kandidaten für das Erreichen der Halbfinals. Letzterer erreichte vor einem Jahr an der WM in Kasan über 200 m Lagen den vielversprechenden 12. Platz.

(SDA)


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