Haas über Federers emotionalsten Sieg

Roger Federer und Tommy Haas spielten zuletzt im Juni 2017 in Stuttgart gegeneinander.
Roger Federer und Tommy Haas spielten zuletzt im Juni 2017 in Stuttgart gegeneinander. © Thomas Niedermueller/Bongarts/Getty Images
Tommy Haas schreibt in der «GQ» über seinen Freund und Kollegen Roger Federer. Dabei gibt er ein paar intime Einblicke in den Charakter des Schweizers.

Wenn Tommy Haas über Roger Federer schreibt, dann merkt man, dass die beiden Tennis-Spieler Freunde sind. Beinahe wäre Haas auch der erste Gegner Federers als Profi gewesen – wäre da nicht eine Magenverstimmung dazwischen gekommen: «Ich kann ihn heute leider nicht mit dem Spruch necken: Sag mal, Roger, gegen wen hast du eigentlich dein erstes Spiel verloren?»

Haas hat nur lobende Worte für den Schweizer: «Er grüsst den Turnierdirektor eines grossen Events genauso freundlich wie den Platzwart, er schenkt jedem ein Lächeln. Nicht weil er muss, nicht weil es Pflicht ist. Sondern weil das sein Charakter ist.» An Federer gebe es schlicht keine unangenehme Seite.

Neidisch auf die Erfolge Federers sei der Deutsche nicht. Er halte es mit dem Spruch des ehemaligen Kollegen Andy Roddick: «Eigentlich müsste ich ihn hassen, aber wer kann schon Roger Federer böse sein?»

Heute verbinde den Deutschen eine tiefe Freundschaft mit Federer: «Wenn wir alle an einem grossen Tisch sitzen, dann reden wir über Gott und die Welt, über die Kinder – und manchmal, aber eher selten, übers Tennis.» Nur seit dem überraschenden Gewinn in Melbourne im Januar sei Tennis öfters wieder ein Thema: «Ganz klar: Nie war ein Sieg emotionaler, anrührender und bewegender für ihn.»

(red.)


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