Harmlos, harmloser, FCSG

Von Marco Latzer
St.Gallens Hefti (rechts) duelliert sich mit GC-Stürmer Caio. (KEYSTONE/Walter Bieri)
St.Gallens Hefti (rechts) duelliert sich mit GC-Stürmer Caio. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Der FC St.Gallen geht auswärts bei GC mit einem 0:2 vom Rasen. Es ist ein logisches Resultat: Vorne ungefährlich, hinten nicht über alle Zweifel erhaben. So gibt es im Letzigrund keine Punkte. Hier geht es zu den Spielernoten.

Tor:

Daniel Lopar. Note: 4,0. An ihm liegt es in der Regel nicht, wenn der FCSG keine Punkte holt. Diese Aussage gilt auch ohne Ausnahme für das Spiel gegen GC.

Verteidigung:

Silvan Hefti. Note: 3,5. Willig, engagiert und oftmals in entscheidenden Situationen zur Stelle. Offensiv ohne brauchbare Akzente.

Alain Wiss. Note: 3,5. Gab der Mannschaft Stabilität und Organisation im Defensivbereich. Aber auch er hat schon deutlich bessere Auftritte im grün-weissen Dress gezeigt.

Martin Angha. Note: 3,0. Der St.Galler Captain seucht sich dem Saisonende entgegen. Wirklich sattelfest ist er noch immer nicht.

Florent Hanin. Note: 4,0. Bei vielen Aktionen beteiligt. Immer darauf aus, das Spiel schnell zu machen. Er war noch einer der überzeugenderen Ostschweizer.

 

Mittelfeld:

Geoffrey Tréand. Note 3,0. Nein, das war nichts. Ging im verregneten Letzigrund im wahrsten Sinn des Wortes unter. Kaum Szenen, in denen er von sich Reden hätte machen können.

Danijel Aleksic. Note: 3,5. Wenn es der Mannschaft nicht läuft, läuft es auch ihm nicht. Deutete ab und an sein Potenzial an. Mehr aber auch nicht.

Mario Mutsch. Note: 3,0. Er bringt ohne Frage Routine rein. Die Frage, die sich länger je mehr stellt, ist, ob das genügt. Für Trainer Zinnbauer offenbar schon, für viele Fans dagegen nicht.

Albert Bunjaku. Note: 2,0. War er angeschlagen? Scheinbar nicht, denn sonst hätte er ja kaum gespielt. Ohne jeglichen Einfluss auf das Spiel. Ein Ärgernis sondergleichen.

Sturm:

Dzengis Cavusevic. Note: 2,0. Nein, nein, nein. Der Slowene spielt weiterhin in absoluter Unterform und ist in letzter Zeit dennoch alarmierend oft für die Startformation gesetzt. Langsam, behäbig, völlig ungefährlich. Man könnte im Prinzip einen U21-Spieler vorne rein stellen; der wäre sicher auch nicht schlechter.

Edgar Salli. Note: 3,5. Fleissig wie eh und je. Man wünscht dem Kameruner sehnlichst einen brauchbaren Sturmpartner. Ist dieser – wie gegen GC – ein Totalausfall, dann steht auch er auf verlorenem Posten. Konnte einem phasenweise leid tun.

FM1Today-Teamdurchschnitt: 3,2

Fazit: Der FC St.Gallen erwischt im Letzigrund einen Abend zum Vergessen. Gegen einen keineswegs unwiderstehlichen Gegner bringen die Ostschweizer nichts Zählbares auf die Beine. Im Offensivbereich überbietet sich der FCSG gar in Harmlosigkeit. In dieser Verfassung wünschen sich die grün-weissen Anhänger das Saisonende schnellstmöglich herbei. Damit man im Sommer endlich rausmisten kann. Denn in dieser Verfassung sind die Espen in der Liga einfach nur eine biedere, graue Maus, die froh sein muss, wenn sie nicht absteigt.

“Die Spielanlage war okay”, resümierte Joe Zinnbauer an der Medienkonferenz nach dem Spiel. Der Deutsche hat im Spiel seiner Mannschaft unerklärlicherweise viel Positives gesehen, meinte, seine Mannschaft habe alles versucht. Die Niederlage schien er im fehlenden Wettkampfglück zu suchen. Ob er das ernst meint oder sich einfach nur schützend vor die Mannschaft stellen wollte? Wir werden es wohl nie erfahren.

Nach vier Spielen in zehn Tagen und einer 0:7-Klatsche in den Hinterköpfen geht es nächste Woche wieder gemächlicher zu und her. Erst am Sonntag kommt Tabellenschlusslicht Vaduz in die Espen-Arena. Verlieren verboten – in diesem Spiel kann der FCSG sich endgültig aus dem Abstiegskampf verabschieden, oder es noch einmal richtig spannend machen. Hoffen wir mal optimistisch auf Ersteres…


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