Heiden entschädigt Verdingkinder

Ehemalige Verdingkinder erhalten von Heiden 8500 Franken. (Symbolbild)
Ehemalige Verdingkinder erhalten von Heiden 8500 Franken. (Symbolbild) © Keystone/Luis Berg
Ehemalige Verdingkinder und andere Opfer von Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen erhalten einen Solidaritätsbeitrag vom Bund. Nun zieht auch die Gemeinde Heiden nach und zahlt zwei Franken pro Einwohner.

Fremdplatzierung, Zwangsmassnahmen und Medikamentenversuche. Es ist ein düsteres Kapitel in der Schweizer Geschichte. Bis zum Jahr 1981 mussten zehntausende Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene in der Schweiz grosses Leid ertragen. Sie wurden in Heimen untergebracht und gewerblichen oder landwirtschaftlichen Betrieben zugewiesen. Man steckte sie sogar in Strafanstalten und geschlossene Einrichtungen.

Wiedergutmachung

Was lange verschwiegen wurde, ist nun zu einem öffentlichen Thema geworden. Die Betroffenen und Opfer erhalten endlich Unterstützung. Als Zeichen der Wiedergutmachung und der Solidarität ist am 1. April ein Gesetz in Kraft getreten, welches die Aufarbeitung dieser Taten vorsieht. Das Parlament hat dabei einen Zahlungsrahmen von 300 Millionen Franken gesprochen. Das Gesetz sieht aber auch freiwillige Beiträge der Kantone, Städte und Gemeinden vor.

Zwei Franken pro Einwohner

Nun hat auch der Heidener Gemeinderat einen Solidaritätsbeitrag von 8500 Franken gesprochen, das sind zwei Franken pro Einwohner. Mit dem Geld möchte man das erlittene Unrecht der Opfer anerkennen und die gesellschaftliche Solidarität ausdrücken.

(kov)


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