“Musste lernen, mich so zu akzeptieren”

Geniesst das Bad in der Menge:  Sportschützin Heidi Diethelm Gerber bei ihrem Empfang am Flughafen in Kloten am 13. August.
Geniesst das Bad in der Menge: Sportschützin Heidi Diethelm Gerber bei ihrem Empfang am Flughafen in Kloten am 13. August. © Keystone/GIAN EHRENZELLER
Die Thurgauer Sportschützin Heidi Diethelm Gerber holte an den Olympischen Spielen in Rio die erste Medaille für die Schweiz. Obwohl die 47-Jährige im Schiessstand absolut souverän wirkt, hadert sie manchmal mit sich und gibt nun erfrischend offen in einem Interview zu: “Mir ist bewusst, dass ich keine Modellathletin bin.”

In manchen Phasen habe sie damit Mühe gehabt: “Ich musste lernen, mich so zu akzeptieren, wie ich bin”, sagte die Bronze-Gewinnerin der “Aargauer Zeitung”. Wenn sie ihre sportlichen Ziele erreichen wolle, dürfe sie sich “keine Gedanken über Aussehen und Alter” machen. “Aus irgendeinem Grund habe ich Sportschiessen und nicht Kunstturnen gewählt”, sagt sie – und lacht.

Dennoch: “Noch heute schlucke ich schon mal leer, wenn ich wie im olympischen Dorf die jungen Modellathletinnen sehe. Denn ich kann nicht verhehlen, dass ich gern anders rüberkommen würde. Aber das lässt sich nicht ändern. Also: Akzeptieren und damit umgehen.”

Auf den “Worst Case” – ohne Erfolg heimzukehren – habe sie sich vorbereitet: Sie wäre von der Öffentlichkeit verrissen worden, glaubt Diethelm Gerber. “So nach dem Motto: die unsportlichste Olympiateilnehmerin.”

(SDA)


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