Hertha träumt vom Cupfinal im eigenen Stadion

Hertha Berlin will am 21. Mai den deutschen Cupfinal im eigenen Stadion bestreiten
Hertha Berlin will am 21. Mai den deutschen Cupfinal im eigenen Stadion bestreiten © KEYSTONE/EPA dpa/LUKAS SCHULZE
Hertha und der DFB-Pokal – das ist eine wirklich spezielle Geschichte. Der Traum vom Final im eigenen Stadion platzte immer wieder, jetzt fehlen dem Bundesliga-Dritten noch zwei Siege.

Jahrelang war es der Running Gag bei den Fans von Hertha Berlin: “Die Alte Dame steht im Cupfinal im eigenen Stadion – ha, ha!” Trainer Pal Dardai hat daraus ein Nahzeit-Ziel gemacht. Nur noch zwei Siege fehlen dem Berliner Bundesligisten im aktuellen Wettbewerb. Dann wäre die Profimannschaft erstmals Final-Hauptdarsteller, seit 1985 das “deutsche Wembley” im Olympiastadion installiert wurde. “Das ist eine wichtige Station für uns”, betonte der viel bestaunte Dardai deshalb vor dem Viertelfinal am Mittwoch. Beim Zweitligisten Heidenheim muss der Ungar allerdings unter anderen wohl auf den verletzten Schweizer Captain Fabian Lustenberger verzichten.

Letztmals war der regelmässig schon in der ersten oder zweiten Runde gescheiterte Hauptstadtklub vor vier Jahren unter den letzten acht. Die letzte Halbfinal-Teilnahme datiert sogar von 1981. Die einzigen beiden DFB-Pokal-Finals erlebte Hertha 1977 und 1979 – beide gingen verloren. Genauer genommen waren es sogar drei, denn vor 39 Jahren hatte ein 1:1 nach Verlängerung gegen den 1. FC Köln dazu geführt, dass die Partie in Hannover zwei Tage später neu angepfiffen wurde. Auch das nutzte den Berlinern nichts.

“Der DFB-Pokal ist eine sehr spezielle Geschichte”, sagt Manager Michael Preetz immer wieder – bis Dardai kam. Der erhob die Endspiel-Teilnahme kurzerhand mit zu einem Saisonziel: “Es ist ein Traum. Jeder darf träumen.” Seit 15 Jahren spaziere er mit seiner Familie ins Olympiastadion, wenn der DFB-Pokalfinal ansteht – das hat Frust ausgelöst beim Hertha-Urgestein. Wenn er schon als Profi den Sprung ins Endspiel nicht geschafft hat, so soll es zumindest als Trainer klappen.

Bei einem Cupsieg würde er sich seine Haare blau färben, verkündete Dardai im Überschwang nach einer Bundesliga-Hinrunde. Die Zweitligisten Arminia Bielefeld, FSV Frankfurt und 1. FC Nürnberg hatte sein Team da bereits auswärts aus dem Weg geräumt. “Es wäre schön, wenn wir ein neues Kapitel in der Pokalgeschichte schreiben”, bemerkte Preetz.

Vorbild ist dabei die eigene Amateur-Mannschaft des Klubs. Diese war 1993 völlig überraschend bis ins Endspiel im Olympiastadion vorgestossen. Ulf Kirsten schoss damals in der 77. Minute den einzigen Treffer der Finalpartie, der grosse Favorit Bayer Leverkusen siegte 1:0 – und gewann dergestalt den bis dato letzten Titel der Klubgeschichte.

(SDA)


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