Herzlichen Glückwunsch, liebe Frauen!

Heute ist internationaler Frauentag (Archivbild, Genf 2013).
Heute ist internationaler Frauentag (Archivbild, Genf 2013). © (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)
Heute ist internationaler Tag der Frauen. Weltweit werden die Frauen gefeiert – auf unterschiedliche Art und Weise. In erster Linie ist es aber ein Tag, um auf die Chancenungleichheit zwischen Frau und Mann aufmerksam zu machen.

Der 8. März gilt international als Welt-Frauentag. Es ist nicht nur ein Tag, um an die Kämpfe von Frauen zu erinnern, sondern eben auch ein Tag, um jenen Vorreiterinnen zu gedenken – und alle Frauen zu feiern.

Mimosen für Italienerinnen

Die Italiener machen das besonders – nun ja – interessant. Frauen erhalten zum “Festa della Donna” Mimosen geschenkt. Das mag einen etwas vor den Kopf stossen, schliesslich stehen Mimosen eher für empfindliche Geschöpfe. Nicht gerade Attribute, mit denen frau unbedingt als erstes in Verbindung gebracht werden möchte…

Aber es hat wohl eher einen praktischen Hintergrund. Im Frühling beginnen in Italien, vor allem in der Toskana, die Mimosenbäume zu blühen, und zwar in Gelb, der Farbe der Freude und Vitalität. Und das passt dann doch wieder zu den Frauen. Sie dürfen übrigens am Weltfrauentag gratis ins Museum. Und abends werden sie von ihren Männern schick ausgeführt.

Russland: Wie Mutter- und Valentinstag zusammen

Auch in Russland hat der internationale Frauentag eine besondere Bedeutung. In Russland und in vielen osteuropäischen Ländern ist er eine Mischung zwischen Mutter- und Valentinstag. Die Frauen werden von ihren Männern und Kindern verwöhnt. Frauen – Mütter, Töchter, Lehrerinnen, Mitarbeiterinnen – erhalten kleine Aufmerksamkeiten. Wenn Blumen geschenkt werden, dann mögens die Russen bunt.

In Frankreich begeht man den Frauentag ebenfalls blumig: Dort erhalten Frauen traditionell Veilchen und Maiglöckchen. Auch in Indien und Vietnam danken Chefs ihren Mitarbeiterinnen mit Blumen. Andernorts werden Rosen verschenkt, das hat einen geschichtlichen Hintergrund. “Gebt uns Brot und Rosen” – mit diesem Spruch kämpften Frauen schon vor über 100 Jahren für ihre Rechte.

Chinesinnen haben den halben Tag frei

Bei uns in der Schweiz ist der heutige Tag ein ganz normaler Dienstag. In anderen Ländern der Welt ist der Welt-Frauentag arbeitsfrei, so ist heute in Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Kasachstan, Kirgistan, Kuba, Mazedonien, Moldawien, in der Mongolei, in Russland, Serbien, Tadschikistan, in der Ukraine, in Usbekistan, Vietnam und Weissrussland ein gesetzlicher Feiertag. In China haben die Frauen nachmittags frei.

“Tag des kurdischen Kleides”

Einen speziellen Namen trägt der heutige Tag in Kurdistan: Dort wird seit 2012 der “Tag des traditionellen kurdischen Kleides” begannen. Er gilt als Alternative zum Welt-Frauentag.

Chancengleichheit zwischen Frau und Mann

Man sieht: Der Frauentag wird weltweit eher verhalten gefeiert, soll er doch vor allem auf Missstände rund um das Thema Chancengleichheit zwischen Frau und Mann aufmerksam machen. In manchen Städten wird demonstriert. Gewerkschaften und andere Organisationen laden da und dort zu Veranstaltungen ein. In Heiden etwa existiert seit vielen Jahre eine Gruppe Frauen, die am Frauenabend zu Vorträgen und zum Dialog einlädt. Der Anlass stösst jeweils auf grosses Interesse.

Den Tag abschaffen

Der Welt-Frauentag entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg auf Initiative sozialistischer Organisationen, als Frauen für ihr Recht auf Gleichberechtigung, das Wahlrecht und die Emanzipation von Arbeiterinnen kämpften. Man sagte auch “Frauenkampftag”. Der erste Frauentag fand am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn und der Schweiz statt. 1977 beschloss die UNO, den 8. März als internationaler Frauentag zu verbreiten. Es gibt aber immer auch Gruppierungen, die fordern, den Tag abzuschaffen, denn: Solange es den Tag noch brauche, sei es mit der Chancengleichheit sowieso weit hergeholt. (ckö)


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