Hier isst du im FM1-Land am besten

Von Laurien Gschwend
Der «Geschmacksträger»-Truck am Streetfood Festival St.Gallen.
Der «Geschmacksträger»-Truck am Streetfood Festival St.Gallen. © zVg
Sie sind besonders trendbewusst, setzen auf Altbewährtes oder rollen mit ihren regionalen Spezialitäten von Event zu Event: «Best of Swiss Gastro» hat die besten Restaurants für das Jahr 2018 nominiert. Drei Betriebe verraten, weshalb gerade sie ausgezeichnet sind.

Fabian Devos (36) und Christian Böni (30) sind mit «Geschmacksträger» die einzigen Ostschweizer, die in der Kategorie «On The Move» («unterwegs») nominiert sind. «Deshalb wollen wir extra Gas geben und die Auszeichnung gewinnen», sagt Devos. Schliesslich sei «Best of Swiss Gastro» ein Preis «mit Händen und Füssen».

Hype von Zürich in die Ostschweiz holen

Devos und Böni sind beide in Heiden aufgewachsen, haben sich später aber aus den Augen verloren. «Beim Arbeiten haben wir uns wieder getroffen und schnell gemerkt, dass wir zusammen etwas aufbauen möchten», erzählt Devos. Für die Köche und Hoteliers stand schnell fest, dass es etwas mit Streetfood sein soll, «ein Hype, der bereits Zürich, aber noch nicht die Ostschweiz erobert hatte».

Fabian Devos (links) und Christian Böni in ihrem Food-Truck: 

«Wir verkaufen keine alten Würste»

Mit ihrem Streetfood-Bus pilgern die Ostschweizer seit dem Sommer 2016 von Event zu Event – grosse Festivals wie das OpenAir St.Gallen und die Olma sind darunter, aber auch kleine, private Veranstaltungen. «Wir arbeiten wie in einem ‹echten› Restaurant. Bestellt jemand etwas, wird es im selben Moment zubereitet. Frischer geht es kaum», sagt Devos. «Bei uns gibt es keine Würstli, die drei Stunden im Wasser schwimmen.»

Was wird stattdessen gekocht? «Unsere Spezialität ist eine niedergegarte Rinderbrust, die wir während zehn Stunden bei 90 Grad garen. Dann schneiden wir sie auf, legen sie auf den Grill und packen sie mit Kohl aus der Region und St.Galler Klosterkäse in ein Brötli.»

Seit diesem Jahr gibt es bei «Geschmacksträger» auch vegane Burger. «Quinoa lässt sich prima auf dem Grill zubereiten», sagt Fabian Devos. Speisen ohne tierische Produkte anzubieten, entspreche dem Zeitgeist. «Aber zu 80 Prozent verkaufen wir immer noch die Rinderbrust.»

Pinke Burger und grüne Pasta

Auch das «No Name» in Chur bietet Burger an – diese werden zusammen mit Cheddar-Käse in pinkem Brot serviert. «Das ist eines unserer Hauptgerichte. Weiter kommt vor allem unsere frisch gemachte Pasta gut bei den Gästen an», sagt Geschäftsführer Luca Muzzarelli.

«Logiken der Branche eliminieren»

Der 25-Jährige hat das «No Name» in diesem Januar eröffnet. «Der Name soll cool sein und provozieren. Er ist nicht 08/15 und man spricht darüber», findet Muzzarelli. Der Koch und Hotelier entschloss nach einigen Jahren «on the job», etwas zu probieren, das «die Logiken der Branche eliminiert», wie er selber sagt.

Luca Muzzarelli (Bild: zVg)

Luca Muzzarelli (Bild: zVg)

In seinem Lokal kann man Zmorge, Zmittag und Znacht essen, weiter gibt es Drinks und ein Take-Away-Angebot. Man habe eine sehr kleine Speisekarte und könne so immer frisch kochen. «Wir verzichten auf Convenience-Produkte und unterstützen stattdessen die regionalen Händler.»

«Wir», das sind insgesamt vier Personen, die sich nun in der Kategorie «Trend» des Preises «Best of Swiss Gastro 2018» mit einer Vielzahl anderer hipper Betriebe messen. «Es ist toll, dass wir diese Chance als so junger Betrieb erhalten.»

Bedeutung für die ganze Region

Wenn das Hotel Hirschen in Wildhaus mit «Grosi Walt’s Steak Hus & Wy Stube» die «Best of Swiss Gastro»-Auszeichnung in der Kategorie «Classic» gewinnt, ist das eine Anerkennung für das ganze Toggenburg, wie Gastgeber Michael Müller sagt. «Unser Konzept ist zu 100 Prozent regional.»

Das Fleisch für die Gerichte des im letzten Herbst eröffneten «Steak Hus» beziehen Müller und sein Team direkt von den Bauern aus der Nähe. «Unsere Wiesen haben eine ausserordentliche Qualität», schwärmt er. Es sei interessant, zu sehen, wie die unterschiedlichen Rassen im Toggenburg gedeihen. «Ich glaube, dass es im Toggenburg die beste Fleischqualität der Schweiz gibt.»

Eine Kreation von «Grosi Walt's Steak Hus & Wy Stube» (Bild: zVg)

Eine Kreation von «Grosi Walt’s Steak Hus & Wy Stube» (Bild: zVg)

Restaurant nach dem tüchtigen Grosi benannt

Michael Müller und seine Frau Simone Müller-Walt führen das Hotel Hirschen in sechster Generation. Die Grossmutter seiner Frau, «Grosi Walt», sei über 60 Jahre im Betrieb tätig und die gute Seele des Hotels gewesen. «Vor zwei Jahren hatten wir das Glück, beim Aufräumen des Archivs ihre Kochbücher zu finden.» Als Hommage entschloss die Familie Müller, das neue Restaurant nach «Grosi Walt» zu benennen und die geheimen Rezepte nachzukochen. «Sie war eine sehr bescheidene Frau, ich weiss nicht recht, ob sie sich den Rummel, den es heute um sie gibt, wünschen würde», sagt der 38-jährige Müller und lacht.

Michael Müller (rechts) mit seiner Familie (Bild: zVg)

Michael Müller (rechts) mit seiner Familie (Bild: zVg)

Vor allem das Black Angus Beef, das immer noch rar ist in der Schweiz, kann Michael Müller in seinem Restaurant empfehlen.

Die Liste aller Lokale im FM1-Land, die von «Best of Swiss Gastro» nominiert worden sind:

Trend

Fine Dining

Classic

Activity

Bar & Lounge

On The Move

Über 200 Restaurants haben sich für den Publikumspreis «Best of Swiss Gastro» beworben. Eine 32-köpfige Fachjury hat in einer ersten Phase die besten Betriebe nominiert. Seit dem 1. Juli und noch bis am 30. September kann das Publikum für seinen Favoriten abstimmen. Die jeweils drei Bestplatzierten pro Kategorie erhalten zusätzlich zum Gütesiegel «Best of Swiss Gastro 2018», den alle Nominierten erhalten, einen Pokal.


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen