Hilfe, Bumann ist da!

Von Katerina Mistakidis
Ein wunderschönes Riegelhaus, idyllisch gelegen im thurgauischen Hohentannen mit gemütlichen Gaststuben und herzlichen Gastgebern – nur leider ohne Gäste. Um das zu ändern besucht Daniel Bumann den Hirschen  und muss das Team vor eine schwierige Entscheidung stellen.

Für seine Sendung “Bumann der Restauranttester” nimmt der Spitzenkoch die Abläufe im Restaurant Hirschen ganz genau unter die Lupe und merkt schnell, hier liegt einiges im Argen. Die Baustellen sind schnell erkannt: “In der Küche arbeiten zwei Hilfsköche, da können wir an der Qualität des Essens arbeiten, aber es entstehen täglich immense Kosten. Diese müssen gedeckt werden und dafür braucht der Hirschen viel mehr Gäste.” Für Daniel Bumann ist klar, dass das nicht einfach wird. Er würde dem Wirtepaar Helena und Arthur Beck deshalb raten, das Restaurant aufzugeben. “Ich muss den Leuten die Augen öffnen und ihnen schonungslos sagen, wo sie stehen. Das tut oft weh”, erzählt uns Bumann bei einem Gespräch vor dem Hirschen. “Es ist ihre Entscheidung. Ich kann nur die Fakten aufzeigen und sie nach bestem Wissen und Gewissen unterstützen.”

Arbeiten unter Bumanns Beobachtung

In der Küche wartet bereits Helena Beck auf uns. Für die gelernte Köchin ist es ungewohnt, ein Fernsehteam in der Küche zu haben: “Man weiss nicht mehr wie man ganz einfache Dinge erledigen soll. Man ist blockiert. Wenn einem ständig jemand auf die Finger schaut, passieren plötzlich Fehler, die sonst nicht passieren.” Sie bewirtet während den laufenden Dreharbeiten ihre Gäste und muss sich an die neue Situation gewöhnen: “Ich kann Kritik ertragen und lerne gerne dazu. Aber er kommt schon hart rüber. Herr Bumann meint es sicher ehrlich, aber das ist wie ein Hammer auf den Kopf – nach so vielen Jahren. Man muss umstudieren und die Jungen kann man besser umwandeln als die Alten.”

Trotz der vielen, neuen Eindrücke hat Helena mit ihrem Mann eine schwierige Entscheidung zu treffen. Wollen sie im Hirschen überhaupt weitermachen? Das Paar möchte die Flucht nach Vorne anzutreten: “Wir sagen uns einfach, jetzt erst recht. Wir wollen nochmal durchstarten und alles geben. Ausserdem wollen wir doch unser Team nicht einfach aufgeben”, gibt sich Helena kämpferisch.

Hoffnung – trotz kaltem Gemüse

Auch ihr Mann, Arthur Beck, will den Hirschen nicht aufgeben, denn Anfangs seien die Gäste ja gekommen: “Wir hatten viele Gäste, aber leider Probleme mit unserer ersten Köchin. Sie hat die Speisen vor dem Servieren nicht probiert. Dann war das Gemüse teilweise kalt.” Mitlerweile hat der Hirschen neues Küchenpersonal und dieses hat auch nach Daniel Bumann gerufen. “Unser Personal hat uns angemeldet und jetzt ist er da. Das bedeutet arbeiten unter erschwerten Bedingungen, weil man den Stress schon spürt. Es ist alles ungewohnt, wir müssen immer präsent sein und wegen den Kameras aufpassen”, berichtet Arthur von seinen Erfahrungen während den Dreharbeiten. Während diesen konnte er aber auch Hoffnung schöpfen: “Wir hoffen, dass wir überleben. Wir sind am unteren Limit, aber wir wollen den Hirschen gerne weiter betreiben und hier alt werden. Wir geben nicht so schnell auf, wir wollen als Team weiterkommen.”

Den Gästen gefällt’s

Das Hirschen-Team macht weiter und will mit Hilfe der Tipps von Daniel Bumann Gäste nach Hohentannen locken. Die Mittagsgäste heute Freitag waren jedenfalls sehr zufrieden. “Das ist mein dritter Besuch. Die Bedienung ist sehr aufmerksam, das Essen ist immer gut und die Stuben sind heimelig. Vor allem diese hier mit dem Kachelofen”, schwärmt Käthe Blatter während des Desserts. Was sie mit heimeligen Stuben meint, kannst du dir hier anschauen.

Die Folge von “Bumann der Restauranttester” mit dem Hirschen Hohentannen wird voraussichtlich im Frühling 2017 bei 3+ ausgestrahlt.

Seit 1995 führt Daniel Bumann mit seiner Frau Ingrid das Fine Dining Restaurant «Bumanns Chesa Pirani» in La Punt bei St. Moritz. Seine Kochkünste sind mit zwei Michelin-Sternen und 18 Gault-Millau-Punkten dotiert und die Küche seines Restaurants gilt als eine der besten der Schweiz.


Newsletter abonnieren
1Kommentar
noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel