Hillary Clinton fühlt sich unwohl und verlässt 9/11-Gedenkfeier

Hillary Clinton fühlt sich unwohl und verlässt 9/11-Gedenkfeier
© KEYSTONE/FR61802 AP/CRAIG RUTTLE
US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat am Sonntag Spekulationen um angebliche Gesundheitsprobleme befeuert: Die 68-Jährige verliess die Gedenkfeier zum 15. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 in New York aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig.

Laut ihrem Wahlkampfteam fühlte sie sich «überhitzt». Nach einer Pause in der Wohnung ihrer Tochter kehrte sie in die Kameras winkend in die Öffentlichkeit zurück. Clinton nahm am Sonntagmorgen ebenso wie ihr politischer Rivale Donald Trump an der Gedenkveranstaltung für die Opfer der Terroranschläge am New Yorker Ground Zero teil. Nach weniger als zwei Stunden, gegen 9.30 Uhr Ortszeit (15.30 Uhr MESZ), verliess sie die Veranstaltung überraschend. In der US-Metropole herrschte schwüles Wetter bei Temperaturen von 28 Grad Celsius.

Auf einem im Internet veröffentlichten Amateurvideo von dem Vorfall am Ground Zero ist zu sehen, wie Clinton schwankend vor dem Fahrzeug steht, das sie wegfahren soll. Sie scheint zu stolpern, wird jedoch von Mitarbeitern gestützt.Clinton habe sich «überhitzt» gefühlt und habe sich deshalb in die New Yorker Wohnung ihrer Tochter Chelsea begeben, teilte ihr Wahlkampfteam mit. Es gehe ihr wieder «viel besser». Gegen Mittag trat Clinton wieder auf die Strasse. Sie winkte lächelnd in die Kameras und sagte, sie fühle sich gut.

Trump reagierte am Sonntag nicht auf den Zwischenfall – beide Kandidaten hatten aus Respekt vor den Anschlagsopfern eine kurze Wahlkampfpause eingelegt. Aber zuvor hatte der 16 Monate ältere Trump seine Rivalin immer wieder wegen ihrer angeblich fragilen Gesundheit attackiert. Er sagte etwa, sie sei «nicht stark genug, um Präsidentin zu sein» und ihr fehle die «geistige und körperliche Stärke» für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Der frühere New Yorker Bürgermeister und Trump-Unterstützer Rudy Giuliani hatte seinerseits gesagt, Clinton sei müde und sehe krank aus. Trumps Sprecherin Katrina Pierson bescheinigte Clinton vergangenen Monat gar Dysphasie, eine Krankheit, bei der das Sprachverständnis eingeschränkt ist. Bereits im vergangenen Jahr sah sich Clinton veranlasst, eine ärztliche Bescheinigung zu veröffentlichen, in der ihr eine «exzellente» Gesundheit attestiert wurde. Damals galt sie bereits als mögliche Anwärterin auf das Präsidentenamt.

Clinton hatte zum Ende ihrer Amtszeit als Aussenministerin eine Reihe gesundheitlicher Probleme. Im Zusammenhang mit einem Magen-Darm-Infekt fiel sie im Dezember 2012 in Ohnmacht. Bei dem Sturz zog sie sich eine Gehirnerschütterung zu. Eine Untersuchung brachte anschliessend ein Blutgerinnsel in ihrem Kopf zum Vorschein – Clinton musste Anfang 2013 operiert werden. Bereits zuvor hatte sie angekündigt, in der kurz nach dem Eingriff begonnenen zweiten Amtszeit von US-Präsident Barack Obama nicht mehr als Ministerin zur Verfügung zu stehen.

Die Gerüchte über ihre angeblich schlechte Gesundheit konnte Clinton seither nicht zerstreuen. Im Internet gibt es zahlreiche Einträge, in denen ihr ein Gehirntumor, Parkinson oder Demenz nachgesagt werden. Einige schreiben Clinton «anfallartige» Gesichtsausdrücke zu, andere meinen Zuckungen zu erkennen. Der Vorfall vom Ground Zero erfolgte kurz nach einem anderen unglücklichen Auftritt der früheren First Lady: Clinton hatte am Freitag gesagt, die «Hälfte» von Trumps Anhängern sei «bedauernswert».

Trump warf seiner Rivalin daraufhin die Beleidigung von «Millionen» Menschen vor, Clinton nahm die Äusserung zurück. Am 26. September treten sich Clinton und Trump in ihrem ersten TV-Duell gegenüber. Die US-Präsidentschaftswahl findet am 8. November statt.

(SDA)


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