«Hinterbliebene haben oft Mühe»

Ein Suizid ist für die Hinterblieben oft sehr schwierig zu verkraften. (Symbolbild)
Ein Suizid ist für die Hinterblieben oft sehr schwierig zu verkraften. (Symbolbild) © istock
Die Trauer nach einem Suizid ist für die Hinterbliebenen eine Herausforderung. Deshalb wurde der Verein «Trauer nach Suizid Ostschweiz» ins Leben gerufen. Dieser kümmert sich um Betroffene.

Die reformierte Pfarrerin, Barbara Stehle, setzt sich im Verein «Trauer nach Suizid Ostschweiz», der im Dezember 2014 gegründet wurde, als Vorstehende der Fachstelle für Hinterbliebene ein. «’Hätte ich denn nichts tun können’, fragen sich die meisten Hinterbliebenen irgendwann», erzählt Barbara Stehle. Seit 14 Jahren begleitet sie Trauernde nach einem Suizid.

Aus persönlichem Ereignis entstand die Idee

Barbara Stehle wurde als Pfarrerin vor rund 14 Jahren mit einem Suizid konfrontiert, indem eine Frau zu ihr kam und sie um Unterstützung bat. «Da habe ich gemerkt, dass es ein solches Unterstützungsangebot bei uns gar nicht gibt», sagt die Pfarrerin. Viele Organisationen teilten ihr mit, dass eine solche Hilfe sehr gefragt sei, es diese aber nicht gäbe. Das war der Anstoss für Barabara Stehle, sich selbst um Hinterbliebene nach einem Suizid zu kümmern.

Was mache ich, wenn ich darauf angesprochen werde?

«Manche Hinterbliebene haben schon Mühe damit, einkaufen zu gehen», erzählt Barbara Stehle. Die Hinterbliebenen müssten Aufgaben der Verstorbenen übernehmen und seien damit oft überfordert. «Oft verletzt auch das Umfeld die Hinterbliebenen, da sie gar nicht richtig wissen, wie man mit den Betroffenen umgeht», sagt die Pfarrerin.

Begleitet werden alle Hinterbliebenen

Egal, ob es sich um einen assistierten Suizid oder einen Suizid ohne Unterstützung handelt, der Verein «Trauer nach Suizid Ostschweiz» hilft allen Hinterbliebenen. «Der Stachel bleibt, er oder sie hat es selbst gemacht. Das ist für Betroffene eine schwierige Tatsache», sagt Barbara Stehle. «Das Leben ist ein Geschenk und das sollte man nicht einfach wegwerfen», sagt die Pfarrerin.

Barbara Stehle war zu Gast in der FM1-Sendung Gott und d’Wält. Dieser Artikel wurde aufgrund der Informationen aus der Sendung erstellt. Die Radio-Beiträge kann man unten nachlesen.

(enf)


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