Historische Geschenksideen aus St.Gallen

Historische Geschenksideen aus St.Gallen
© Ein Bild der Familie Schlaepfer des Jahres 1921. (Bild: 1921)
Weihnachten steht vor der Tür. Das bedeutet Stress. Geschenkestress. Für alle, die bereits jetzt schon schlaflose Nächte plagen, weil sie noch keine Geschenksideen haben: Das Staatsarchiv St.Gallen hat ein paar Weihnhachts-Inputs aus drei Jahrhunderten gesammelt.

Das Staatsarchiv St.Gallen zeigt, wie man mit einfachen Ideen aus der Vergangenheit seinen Liebsten an Weihnachten eine grosse Freude machen kann, ohne sich in unzähligen Modehäusern, Einkaufszentren und sonstigen Geschäften quälen zu müssen.

Ein Bild, im Rahmen

Ein Weihnachtsportrait aus dem Jahr 1903. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Ein Weihnachtsportrait aus dem Jahr 1903. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

“Verschenken Sie sich selber – ausgedruckt und gerahmt!” titelt das Staatsarchiv zu diesem Bild. In der Tat eine fast schon revolutionäre Idee im jetzigen digitalen Zeitalter. Darum empfiehlt sich dieses Geschenk. Denn wer hat noch nie Tränen vergossen, weil alle Familienfotos durch einen Festplattenabsturz verloren gingen? Macht es wie August und Hedwig Leiner im Jahre 1903, die ihrem Sohn dieses Bild zu Weihnachten schenkten.

Eine schöne, aber robuste Tabakdose

Die silberne Schnupftabakdose ist seit 1849 in Gebrauch. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Die silberne Schnupftabakdose ist seit 1849 in Gebrauch. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Neu ist immer besser, sagt Barney aus der Kultserie “How I Met Your Mother”. Stimmt aber nicht. Offenbar ist das fein ziselierte (fein eingearbeitete) Stück seit 1849 in Gebrauch. Schon mehreren Besitzern hat sie eine Freude bereitet, ohne dabei Schaden zu nehmen. Das Scharnier funktioniert noch immer einwandfrei. Darum: ab in die Brocki!

Eine schöne Urkunde

Die Urkunde des Tierschutzvereins ist aus dem Jahr 1941. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Die Urkunde des Tierschutzvereins ist aus dem Jahr 1941. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Wer in einem Verein aktiv ist – oder auch nicht – und über künstlerisches Talent verfügt, kann wie der St.Galler Tierschutzverein in Jahre 1941 eine schöne Urkunde gestalten. Dieses Vorhaben wird bei einer Grossfamilie sehr aufwändig. Aber das sollte es wert sein. Im beruflichen Kontext darf durchaus mit unpersönlicheren Massenprodukten gearbeitet werden, wie es die Firma Grüco in Rheineck im Jahr 1949 vorzeigt.

Ein Weihnachts-Brief der Jules Grüninger AG aus dem 1949. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Ein Weihnachts-Brief der Jules Grüninger AG aus dem 1949. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Eine Audiobotschaft per Briefpost

Ein Weihnachtsgruss mit Tonaufnahme aus dem Jahr 1936. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Ein Weihnachtsgruss mit Tonaufnahme aus dem Jahr 1936. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Briefpost? Ja, es gibt sie noch. Weil heutzutage Post fast nur noch elektronisch verschickt wird, ist es umso schöner, einen Weihnachtsgruss im Briefkasten vorzufinden. die Überraschung ist perfekt, wenn er dann noch vertont ist, so wie das “Onkel Alfred” im Jahre 1936 gemacht hat. Er war an Weihnachten in London und hat eine Platte aufgenommen mit einem ganz persönlichen Gruss. Auf der zweiten Seite der Platte ist der Song einer Zigarettenwerbung zu hören.

Die Audioaufnahmen wurden vom Staatsarchiv St.Gallen zur Verfügung gestellt.

Eine persönliche Buchwidmung

Buchwidmung im Jahr 1903. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Buchwidmung im Jahr 1903. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Schenkt ein Buch und eine schöne Widmung dazu, mit Füllfeder wie im Beispiel. Der Text darf ruhig etwas länger und persönlicher zeigen. Aber das Staatsarchiv verfügt leider über kein anderes Beispiel. Das beweist, dass Bücher mit schönen Widmungen niemand weggibt! Die Widmung hier “für Elise” an Weihnachten 1903 steht im Werk “Gott mit Dir! Evangelisches Gebet- und Erbauungsbuch, sowie ein Hausschatz für Erziehung und Familienleben: eine Mitgabe für’s Leben”. Auch bei der Bücherauswahl kann man ruhig etwas lockerer sein.

Ein Weihnachtskabarett

Das Kabarett "Giggelisuppe" aus dem Jahr 1945. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Das Kabarett “Giggelisuppe” aus dem Jahr 1945. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Nach dem dicken Essen am Weihnachtsabend wollen die meisten etwas Unterhaltung. Wieso nicht einmal ein eigenes Kabarett aufführen, anstatt, wie jedes Jahr, “Dinner for One” im TV zu schauen? Margaritha Schwarz-Gagg (1899-1989) zeigt es vor. Ihre “Kabarett-Gigelisuppe” stammt aus dem Jahr 1945. Erst 13 Jahre später hat das Schweizer Fernsehen seinen regulären Sendebetrieb aufgenommen, wie das Staatsarchiv weiss.

Ein Weihnachtslied singen

Ein Weihnachtslied aus dem Archiv der evangelisch-reformierten Kirche des kantons St.Gallen. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Ein Weihnachtslied aus dem Archiv der evangelisch-reformierten Kirche des kantons St.Gallen. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Man kann ja statt immer nur in der Dusche oder in der Karaoke-Bar auch einfach mal im kleinen Kreis etwas vorsingen. Gemäss Anweisung oben links im Bild ist dieses Weihnachtslied “froh, aber feierlich”. Falls der Text nicht lesbar ist, einfach einen neuen komponieren.

Ein Gedicht vortragen

Das Gedicht "Winterwald" im Schulbuch aus dem Jahr 1925. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Das Gedicht “Winterwald” im St.Galler Sekundarschul-Lesebuch aus dem Jahr 1925. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Auch die immergleichen Weihnachtslieder hat man bereits am Weihnachtstag schon satt. Überraschend wäre ein Weihnachts- oder Wintergedicht wie “Der Winterwald”. Ein Gedicht auftragen kann jeder, man muss einfach etwas büffeln. Für Sekundarschüler in St.Gallen in den 20er-Jahren war das eine Alltagsübung im Deutschunterricht, das noch in Fraktur-Schrift.

Gemeinsam einen vier Meter hohen Baum schmücken

Damen schmücken im Jahr 1900 einen Weihnachtsbaum zusammen. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Damen schmücken im Jahr 1900 einen Weihnachtsbaum zusammen. (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Auch schön: Den Baum gemeinsam schmücken. So hat man viel mehr Spass und macht der Mutter eine grosse Freude. Vor allem bei einem Baum, der vier Meter hoch ist, wie auf dem Bild der Textilfabrikanten-Töchter aus St.Gallen. Da kann man schon mehr als zwei Hände brauchen. Wer die entsprechende Villa für einen vier Meter-hohen Baum nicht hat, kann die Pracht auch mit vielen Kerzen wett machen. Und mit eleganter Kleidung wie dem Schlips, den man damals im Jahre 1921 standardmässig an Weihnachten trug.

Ein Bild der Familie Schlaepfer des Jahres 1921. (Bild: 1921)

Ein Bild der Familie Schlaepfer des Jahres 1921. (Bild: 1921)

(red)


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