Hoch leben die Toten

Hoch leben die Toten
© So feiert man den "Día de los Muertos". (KEYSTONE/AP Photo/The El Paso Times, Mark Lambie)
Totenschädel aus Zucker, mit Totenblumen verzierte Gräber, Totenbrot als Nascheinheit – so feiert Mexiko Allerheiligen, oder “Día de los Muertos”, den “Tag der Toten”. Ganz im Gegensatz zum stillen Gedenken hierzulande freut man sich in Mexico, die Toten wieder aufleben zulassen. Auch der neue Bond feiert den “Tag der Toten”.

Der 1. November, Allerheiligen, ist hierzulande ein christlicher Feiertag, der vor allem der Verehrung von Heiligen gilt. Man besucht die Gräber der Nächsten auf dem Friedhof. In Mexiko ist der “Día de los Muertos” laut und farbig. Es ist einer der wichtigsten Feiertage des Jahres und wird mit teils skurrilen Bräuchen gefeiert.

Jährlicher Besuch der Toten

Gemäss dem Glauben der Ureinwohner Mexikos besuchen die Toten einmal im Jahr, von Ende Oktober bis Anfang November, die Lebenden und kehren zu ihren Familien zurück. Was für manch einen angsteinflössend klingen mag, ist in Mexiko ein beliebter Brauch, der 2003 von der Unesco zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit ernannt wurde.

Farbenprächtige Altare

Am “Día de los Muertos” werden zu Ehren der Verstorbenen im ganzen Land farbenprächtige Altare aufgestellt und mit Beigaben verziert, welche die vier grundlegenden Elemente der Natur darstellen: Früchte symbolisieren das Element Erde und verwöhnen die Seelen mit ihrem süsslichen Aroma. Hauchzarte Scherenschnittbilder aus Seidenpapier (papel picado) stellen den Wind dar und Gefässe gefüllt mit Wasser stillen den Durst der Seelen nach ihrem langen Weg aus dem Jenseits. Kerzen und Grablichter erleuchten als Feuer-Element den Weg.

Totenbrot für die Verstorbenen

Während der Feierlichkeiten wird den toten Seelen allerlei an kulinarischen Spezialitäten geboten. Natürlich dürfen auch die Lebenden von den Leckereien kosten: Das traditionelle süsse Totenbrot (pan de muerto), Zucker-Totenköpfe (calaveras de dulce) sowie Skelette und Särge aus Marzipan dürfen auf dem festlichen Speiseplan nicht fehlen. Dazu werden Mezcal und Tequila sowie das Nationalgetränk Mexikos Pulque (fermentierter Saft aus Agaven) gereicht.

Der Brauch existiert mittlerweile auch in Ländern Mittelamerikas sowie in Bolivien. Auch in US-amerikanischen Städten, wo es eine grosse mexikanische Gemeinschaft gibt, wird der “Día de los Muertos” ausgiebig gefeiert.

“Día de los Muertos” bei Bond

Der “Día de los Muertos” hat allerspätestens seit dem neuen Bond-Streifen internationale Bekanntheit erlangt. Für die Eröffnungsszene von “Spectre” wurde der Tag der Toten extra nachgestellt und ein Umzug von Totenanbetern gestellt. 1500 Statisten wurden extra für die Szene engagiert. Produzent Gregg Wilson meinte gegenüber filmstars.de, es handle sich um die “aufwendigste Sequenz in einem Bond-Film überhaupt”.

Wie es auf dem Set zu und her ging, seht ihr hier:

(lak)


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