Hohe Arbeitslosigkeit in der Schweiz

Rekordarbeitslosigkeit in der Schweiz zwingt zu Massnahmen.
Rekordarbeitslosigkeit in der Schweiz zwingt zu Massnahmen. © Archiv
Die Schweiz hat derzeit eine höhere Arbeitslosenquote zu verzeichnen als Deutschland. Dies berichtet die “SonntagsZeitung”.

Deutschland hat eine tiefere Arbeitslosigkeit als die Schweiz. Das gab es noch nie. Zumindest nicht, seitdem die Daten gemäss Definition des Internationalen Arbeitsamts (ILO) international vergleichbar sind. Im Drittel Quartal stieg die Arbeitslosenquote  gemäss ILO in der Schweiz auf 4,9 Prozent, während sie in Deutschland auf 4,5 Prozent sank.

“Es ist höchste Zeit, dass in der Schweiz das Steuer herumgerissen wird”, fordert Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds. Es brauche einen besseren Kündigungsschutz, mehr Frühpensionierungslösungen, mehr Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und vor allem “verbindliche Massnahmen” der Nationalbank gegen die Frankenstärke, konkret einen neuen Mindestkurs zum Euro oder “ein ausdrückliches Kursziel”.

Die Schweizer Arbeitsmarktpolitik gilt international als Erfolgsmodell. Es gibt kaum ein Land, dass es so gut geschafft hat, eine tiefe Arbeitslosigkeit mit sehr hoher Beschäftigung, einem sehr hohen Lohnniveau und einer ausgeglichenen Einkommensverteilung zu kombinieren.

Wie aufnahmefähig der Arbeitsmarkt ist, zeigt sich in der Erwerbstätigenquote. Mehr als 80 Prozent der 15 bis 64-Jährigen haben in der Schweiz Arbeit, in Deutschland sind es knapp 74 Prozent, in der ganzen EU gar nur 65 Prozent.

Ein relativ hohes Risiko, arbeitslos zu werden, haben in der Schweiz vor allem Junge, schlecht Qualifizierte und Ausländer. (red)


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