HSBC meldet ein Gewinnplus von 32 Prozent im dritten Quartal

Hauptsitz von HSBC in London: Nach teuren Rechtsstreitigkeiten hat Konzernchef
Hauptsitz von HSBC in London: Nach teuren Rechtsstreitigkeiten hat Konzernchef © KEYSTONE/AP/MATT DUNHAM
Europas grösste Bank HSBC profitiert vom Abbau ihrer Altlasten. Dank geringerer Kosten für Streitigkeiten mit den Aufsichtsbehörden stieg der Vorsteuergewinn im dritten Quartal auf 6,1 Milliarden Dollar. Das ist fast ein Drittel mehr als vor einem Jahr, wie die britische Bank am Montag mitteilte.

Analysten hatten mit einem Gewinn von 5,2 Milliarden Dollar gerechnet.

Vor allem die Investitionen in die Vermeidung von Skandalen und Regelverstössen zahlten sich aus. Denn für Strafzahlungen und Vergleiche mit den Aufsehern gab die Bank 1,4 Milliarden Dollar weniger aus als noch vor einem Jahr.

Zuletzt hatten etwa die Verwicklung in die branchenweite Affäre um manipulierte Devisenkurse und der Fall um Wistleblower Hervé Falciani in der Schweiz die Bilanz belastet.

Auf der Basis von Falcianis Daten war der Schweizer HSBC-Tochter vorgeworfen worden, Wohlhabenden aus aller Welt bei Steuerhinterziehung und Geldwäscherei geholfen zu haben. Die Bank zahlte im Rahmen einer Vereinbarung zur Beilegung der Sache 40 Millionen Franken an den Kanton Genf

Trotz des Gewinnsprungs: Der traditionell stark auf Asien ausgerichteten HSBC machte im abgelaufenen Quartal die Konjunkturabkühlung in Fernost zu schaffen. Auch den Einbruch an den Börsen im vergangenen Quartal bekam die Bank zu spüren. Die Einnahmen fielen deswegen um vier Prozent auf 15,1 Milliarden Dollar.

Experten zogen daher eine gemischte Bilanz. “Das HSBC-Management hat zwar eine gute Arbeit bei der Korrektur der internen Probleme geleistet”, sagte Analyst Jim Antos vom Broker Mizuho Securities. “Aber die Ergebnisse zeigen, dass keine Bank ihre Einnahmen verbessern kann, wenn die Weltwirtschaft gegen sie ist.”

HSBC-Chef Stuart Gulliver sieht die Bank bei der geplanten Schrumpfkur auf Kurs. Fast 30 Prozent des Weges seien gegangenen. Im Sommer hatte das Institut seine Geschäfte in Brasilien und in der Türkei verkauft. Insgesamt sollen knapp 50’000 Stellen wegfallen. Zuletzt hatte das Geldhaus noch knapp 260’000 Mitarbeiter.

(SDA)


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