HSG-Studenten können aufatmen

Von Felix Unholz
Studierende während einer Vorlesung an der Universität St.Gallen.
Studierende während einer Vorlesung an der Universität St.Gallen. © Keystone/Gaetan Bally
Die Briefe mit den Noten für die Volkswirtschaftsprüfung hatte die Universität St.Gallen bereits verschickt, da tauchten online plötzlich andere Noten auf. Alle Studenten, die eine tiefere Note bekommen haben, können nun aufatmen.

Normalerweise stellt die HSG den Studenten online eine unverbindliche Voranzeige der Prüfungsergebnisse zur Verfügung, bevor ein schriftlicher Versand mit den Noten erfolgt. Dieses Mal passierte jedoch beim Übertrag der Noten ein Fehler und 113 Studentinnen und Studenten bekamen sowohl per Post als auch online zunächst eine falsche Note.

Letzte Woche folgte dann der Schock für die betroffenen Studenten: Ohne Ankündigung korrigierte die Uni die Noten im Onlineportal – einige nach oben, andere nach unten.
Aus der 4,5 eines Studenten war beispielsweise online eine 3 geworden – ein entscheidender Unterschied für das Bestehen oder Nicht-Bestehen des ersten Jahres an der Uni. In den sozialen Netzwerken verbreitete sich Unruhe, besonders unter den Studenten, deren Noten plötzlich ungenügend waren.

Keine Nachteile für die Studenten

Nun erklärte die HSG am Dienstag in einem Rundmail, dass den Studenten “keine Nachteile aus von der Universität verschuldeten Fehlern” entstehen sollten. Weil die Noten bereits per Brief verschickt wurden, können sie nicht so einfach abgeändert werden.

Die Uni schreibt: “Wer von einer Behörde eine Verfügung erhält, muss darauf vertrauen können, dass diese inhaltlich korrekt ist und nicht nachträglich zu seinen Ungunsten abgeändert wird.” Das heisst: Korrigiert werden nun nur die Noten, die zu tief waren. 58 Studenten dürfen sich über ein besseres Prüfungsresultat freuen.

Noten falsch zugeordnet

Der Fehler sei, schreibt die Universität weiter, im Rahmen der Vorbereitung auf die Prüfungseinsicht entdeckt worden. Beim Übertrag der Noten von den Auswertungsbögen in die offiziellen Notenlisten waren in 113 Fällen die Noten den falschen Studenten zugeordnet worden. Die HSG verspricht, mittelfristig ein neues, integriertes System zur Notenerfassung aufzubauen, damit solche Fehler künftig nicht mehr passieren.

Diese Panne ist nicht die erste in letzter Zeit an der HSG. Bereits im Februar kam aus, dass die HSG eine Privatrechtsprüfung wiederholen muss, weil Teile der Lösungen bereits im Internet verfügbar waren. Ein Assistent hatte aus einer alten Prüfung kopiert, ohne dass dies der verantwortliche Professor bemerkte. Die Universität St.Gallen entschuldigte sich mit Büchergutscheinen für die Studierenden.


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