«Huren-Heiko» vor Gericht

Ein 47-jähriger Deutscher soll 19 «Mädchen-WGs» geführt haben. (Symbolbild)
Ein 47-jähriger Deutscher soll 19 «Mädchen-WGs» geführt haben. (Symbolbild) © Thurgauer Zeitung/Reto Martin
Er soll 19 Wohnungen im Kanton Zürich zu Puffs umfunktioniert haben: Heute Freitag muss sich ein 47-jähriger Deutscher, der mittlerweile in St.Gallen lebt, vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten.

Die Verhandlung wegen des Verstosses gegen Auflagen der Baupolizei war ursprünglich auf Januar angesetzt worden. Der Termin musste aber verschoben werden, da dem Beschuldigten die Vorladung nicht zugestellt werden konnte. Nachdem bekannt geworden war, dass «Huren-Heiko» – so nannten ihn Boulevardmedien Ende des letzten Jahres – Wohnungen für das Sexgewerbe eingesetzt haben soll, tauchte der Deutsche unter.

Escorts in «Mädchen-WGs»

Alleine in der Flughafenstadt Kloten hat «Huren-Heiko» laut «Klotener Anzeiger» 17 Wohnungen unter falschem Vorwand angemietet. Statt selber einzuziehen, soll der 47-Jährige die Räumlichkeiten als Bordelle genutzt haben. Die Stadtpolizei reagierte mit Verzeigungen und Nutzungsverboten. Der Angeklagte beteuerte gegenüber «Blick», dass es sich bei seinen Wohnungen um «Mädchen-WGs» handle, und dass er kein Zuhälter sei. Die Frauen seien zwar im Sexgewerbe tätig, «aber sie sind Escorts, sollten zu den Kunden nach Hause gehen».

Immer dieselbe Masche

Mehrere Vermieterinnen und Vermieter wandten sich letztes Jahr wegen ihrer Erfahrungen mit «Huren-Heiko» an die Medien. Für Aufsehen sorgte insbesondere der Fall einer 30-Jährigen, die ihre Wohnung beim Zürcher Albisriederplatz während eines Sprachaufenthalts zur Untermiete freigab. Auch hier soll «Huren-Heiko» seine Masche angewandt haben: Er gab laut der Frau an, in der Schweiz für eine befristete Zeit eine Bleibe zu suchen, und betrieb darin ein Puff.

Das Einschreiben mit dem Strafbefehl erreichte den Deutschen an einer St.Galler Adresse. Beim 47-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.

(red.)


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