Hurra, ein Lebenszeichen!

Von Marco Latzer
Die St.Galler Kicker bejubeln den Führungstreffer von Stürmer Edgar Salli. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Die St.Galler Kicker bejubeln den Führungstreffer von Stürmer Edgar Salli. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Gedemütigte St.Galler, eine defensive Katastrophe, mangelnder Einsatz – von dem war beim FC St.Gallen gegen Sion NICHTS mehr zu sehen. Die Mannschaft von Joe Zinnbauer setzt ein Ausrufzeichen und macht einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Hier geht es zu den Spielernoten.

Tor:

Daniel Lopar. Note: 5,0. Erlebte endlich wieder Glücksmomente im St.Galler Kasten. Zeigte mehrere wichtige Paraden und gab seiner Mannschaft Rückhalt, wann immer diese solchen brauchte.

 

Verteidigung:

Silvan Hefti. Note: 4,5. Stark verbessert. Hatte seinen direkten Gegenspieler Konaté über weite Strecken im Griff, auch wenn dieser letztlich noch den Anschlusstreffer erzielen konnte. Wichtig für ihn und seine persönliche Entwicklung.

Martin Angha. Note: 4,0. Der Captain findet den Tritt wieder ein wenig und ist in der Defensive endlich wieder einmal der Herr der Lüfte.

Alain Wiss. Note: 4,5. Unglaublich wertvoll für die Stabilität in der Verteidigung. Ein Fighter, der den Karren aus dem Dreck ziehen kann.

Florent Hanin. Note: 4,0. Die Leistungskurve zeigt auch bei ihm nach oben. Für einmal bietet uns der Franzose wieder solides Fussballhandwerk.

 

Mittelfeld:

Marco Aratore. Note: 4,5. Flink, frech und mit jeder Menge Offensivpower ausgestattet. Traute sich etwas, auch wenn doch ziemlich wenig Zählbares heraussprang.

Danijel Aleksic. Note: 4,5. Die Ostschweizer Ballverteilzentrale grüsst freundlich. Enorm wichtig in der Angriffsauslösung, spielte etliche öffnende Pässe. So haben wir den Serben doch wieder gern.

Mario Mutsch. Note: 4,0. Gegen Sion konnte das Team von seiner Routine profitieren. In Bestform zeigte sich der Luxemburger aber freilich nicht. Trotzdem hält Trainer Zinnbauer viel von ihm.

Geoffrey Tréand: Note: 3,5. Konnte seine Chance in der Startformation nur bedingt nutzen. War bemüht, zeigte wie die ganze Mannschaft eine Reaktion. War dennoch einer der Spieler auf dem Platz, die am wenigsten zu überzeugen vermochten.

 

Sturm:

Edgar Salli. Note: 5,5. Der unumstrittene Matchwinner im grün-weissen Dress. Für einmal zahlte sich sein enormes Laufpensum aus; auch weil endlich ein zweiter Stürmer auf dem Platz stand, der ihm den Rücken freihalten konnte. Erzielt zwei Tore, die auch seiner Flinkheit geschuldet sind. Aber es hätten auch mehr sein können.

Dzengis Cavusevic. Note: 3,5. Kein guter Abend für den Slowenen. Wirkte träge und unbeweglich, ja richtig langsam. Torgefahr geht von ihm keine aus. Neben Salli bloss ein Sparring-Partner.

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller elf Spieler in der Startformation): 4,3

Fazit: Der FC St.Gallen kann aufatmen. Denn mit dem Sieg gegen Sion könnte es gelungen sein, den Tabellenkeller womöglich schon jetzt entscheidend zu distanzieren. Noch nie ist seit der Einführung der Super League ein Team mit 34 Punkten auf dem letzten Platz gelandet. Dieser Fakt dürfte Joe Zinnbauer schon bald die Möglichkeit geben, an seinem Kader für die nächste Saison zu feilen. Noch hat die Mannschaft aber einen weiten Weg vor sich – bereits am Samstag müssen die Espen auswärts bei den Grasshoppers auf den Letzi-Rasen.

Trainer Zinnbauer zeigte sich nach dem Spiel übrigens ziemlich entspannt und meinte, angesprochen auf den Spott und Häme nach der 0:7-Klatsche, lapidar: “Offenbar haben die Jungs das Donnerwetter gebraucht.” Trotzdem dürfte auch der Deutsche selbst nur zu gerne auf ein neuerliches Debakel verzichten.


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