“Ich bin lange nicht so frei wie andere Menschen”

Susanne Rätz leidet seit ihrer Kindheit an einer Nierenerkrankung.
Susanne Rätz leidet seit ihrer Kindheit an einer Nierenerkrankung. © TVO
130 Ostschweizer sind es derzeit, die auf eine Organspende warten. In der gesamten Schweiz sind es gar 1500 Personen. Darunter ist auch Susanne Rätz aus Busswil. Sie braucht dringend eine Niere. Morgen Dienstag lanciert der Bund gemeinsam mit Swisstransplant eine neue Kampagne: Alle sollen sich entscheiden, ob sie spenden möchten oder nicht. 

Seit ihrer Kindheit leidet Susanne Rätz an einer schweren Nierenkrankheit. Vor einiger Zeit wurde ihr eine Niere herausoperiert, seitdem muss sie mit einem Organ auskommen, welches nur zu 20 Prozent arbeitet. Dreimal wöchentlich muss die Thurgauerin zur Dialyse. “Das ist für den Körper extrem anstrengend”, sagt sie. Nach einer solchen Behandlung sei man völlig erschöpft. “Ich bin lange nicht so frei wie andere Menschen”, beschreibt die Busswilerin ihr Leiden.

15 Jahre ständig bereit sein

Bis Susanne Rätz eine neue Niere erhält, kann es bis zu 15 Jahre dauern – weil es nicht genügend Spender gibt. Trotzdem muss die Thurgauerin das Handy jederzeit bei sich und die Tasche für einen Spitalaufenthalt stets gepackt haben, falls sich trotzdem ein passender Spender finden lässt. “Man weiss wirklich nie, wenn etwas Passendes für einen da ist.”

Gemäss Franz Immer, Geschäftsführer von Swisstransplant, ist bei mehr als der Hälfte der Todesfälle nicht bekannt, ob der Verstorbene seine Organe spenden möchte. “Deshalb liegt die Ablehnungsrate bei 60 Prozent”, sagt er gegenüber TVO. Was extrem hoch sei, schliesslich liege sie im Ausland bei 20 bis 25 Prozent. So sterben pro Woche zwei Personen, weil für sie kein lebensrettendes Organ gefunden wurde.

“Überglücklich, ein neues Leben zu erhalten”

Für Susanne Rätz steigen mit der neuen Kampagne die Chancen, endlich eine neue Niere zu erhalten. “Ich kenne Menschen, die transplantiert sind, und die sind alle überglücklich, ein neues Leben zu erhalten”, sagt sie hoffnungsvoll.

Der ganze Beitrag von TVO zum Nachschauen:

(red)


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