“Ich dachte, das sei ein schlechter Scherz”

Mathias Müller, Präsident der Klangwelt Toggenburg
Mathias Müller, Präsident der Klangwelt Toggenburg © Tagblatt/Mareycke Frehner
Im Toggenburg wird es kein Zentrum für Naturtonmusik geben. Das Grossprojekt Klanghaus wurde heute im St.Galler Kantonsrat abgeschmettert. Der Präsident der Stiftung Klangwelt Toggenburg ist tief enttäuscht von den St.Galler Politikern.

“Ich war schockiert, ich dachte, es sei ein schlechter Scherz”, sagt Mathias Müller, Präsident der Stiftung Klangwelt Toggenburg, über den Moment, als er per Telefon über den Entscheid erfuhr. Er sei konsterniert darüber. “Gestern bei der zweiten Lesung sah alles noch gut aus. Und heute waren viele Leute gar nicht anwesend für die Schlussabstimmung. Man kann hier fast von einer Panne sprechen.”

Am Montagnachmittag hatten sich tatsächlich noch mehr als die Hälfte der St.Galler Kantonsräte für das Klanghaus Toggenburg ausgesprochen. Nun aber der überraschende Entscheid gegen das 19 Millionen-Projekt. Müller ist sehr überrascht von gewissen Kantonsräten, die plötzlich ihre Meinungen änderten oder ihre Stimme enthielten. Auffallend viele Kantonsräte aus dem Linthgebiet haben laut Müller plötzlich ihre Stimme enthalten.

“Enttäuscht bin ich auch ob der beiden SVP-Kantonsräte aus dem Toggenburg, Ivan Louis und Mirco Gerig. Sie hielten sich bis vor die Wahlen bedeckt, und dann stimmten sie plötzlich gegen das Projekt.”

Was für weitere Schritte die Stiftung nun für die Zukunft der Klangwelt plant, kann Müller zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. “Zuerst müssen wir die ganze Sache analysieren. Wir werden mögliche Optionen abklären.” Er bleibe aber sicher dran. Denn die Region Toggenburg habe so ein Projekt verdient.

(lak)


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