«Ich fühle mich betrogen»

Alex Büsser ist nicht zufrieden mit der
Alex Büsser ist nicht zufrieden mit der © FM1Today
Am Freitag wurde der Hof von Alex Büsser in Wolfhalden (AR) geräumt. Weil die Tiere auf seinem Hof immer wieder krank waren, haben ihn nun die Behörden dicht gemacht. Für den Landwirten eine Frechheit.

Alex Büsser weiss nicht, was er zum dem sagen soll, was ihm am Freitag widerfahren ist. «Das sind unsere Behörden», sagt er lediglich. «Es ist ein Betrug.»

Kleintiere entwendet

Am Freitagmorgen haben die Ausserrhoder Behörden ein Tierhaltungsverbot gegen Büsser durchgesetzt. Der Kantonstierarzt hat sämtliche Kleintiere – 52 Schafe, acht Ziegen und knapp 200 Hühner – abholen lassen. Kühe und Rinder, die bis vor kurzem auf dem Hof waren, wurden vom Tierhalter wenige Tage vor der amtlichen Räumung zu anderen Tierhaltern gebracht.

«Ungerecht gegenüber Kindern»

Dass nun die kleinen Tiere vom Hof mussten, dafür hat Büsser kein Verständnis. «Man setzt einfach etwas durch, das keinen Sinn macht», so Büsser. Es sei in erster Linie seinen Kindern gegenüber nicht gerecht. «Sie können ja nichts dafür, dass ich ein Tierhalteverbot habe.»

B. hat im Jahr 2015 seine Kleintiere – Hühner, Schafe und Ziegen – seinen Kindern überschrieben. «Das sind gar nicht die Tiere von Büsser, sondern die seiner Kinder», sagt sein Anwalt Werner Ritter. «Er hat all seine Tiere schon letztes Jahr verkauft», so Ritter. Büsser habe das Tierhalteverbot schon lange akzeptiert und die Tiere deshalb verkauft.

Akzeptiert Tierhalteverbot

Büsser selbst steht zum Tierhalteverbot. «Ich habe meine Fehler gemacht», sagt er. Es gebe überall Tiere, die einmal krank werden. «Sie wurden jedoch immer gepflegt. Ich habe Schlachtbelege, ich habe die Tiere verkauft. Diese Leute stehen jederzeit hinter mir. Es war immer alles in Ordnung.»

Fehler bei den Behörden?

Der Kantonstierarzt habe es auf ihn abgesehen. «Er hat komische Auflagen gemacht, meine Kinder miteinbezogen. Meine Tochter wurde bei den letzten drei Kontrollen aus dem Bett geschellt.» Man habe sie aufgefordert, die Kontrolle mit dem Kantonstierarzt durchzuführen. «Sie war damals nicht einmal 18. Das geht doch nicht!»

Ungewisse Zukunft

Was mit dem Hof, der nun leer steht, passiert, weiss er noch nicht. Er müsse schauen. «Eines sei klar: Reden mit den Behörden», sagt er und lacht.

(lak)


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