«Ich hatte eine coole Zeit am Autosalon»

Lilian Wehrle aus St.Gallen arbeitete als Hostess am diesjährigen Autosalon in Genf.
Lilian Wehrle aus St.Gallen arbeitete als Hostess am diesjährigen Autosalon in Genf. © zVg
Die 24-jährige St.Gallerin Lilian Wehrle hat während zwei Wochen Toyota-Autos am Genfer Autosalon präsentiert. Jetzt zieht sie Bilanz – und erzählt, welche Erfahrungen sie fürs Leben gesammelt hat.

«Es ist schön, wieder einmal ausschlafen zu können, die Beine hochzulegen und sich nicht immer zurecht machen zu müssen», sagt Lilian Wehrle am Montag während der Zugfahrt von Genf nach St.Gallen. 13 Tage hat sie die Marke Toyota am Autosalon in Genf als Hostess vertreten, 13 Tage lang musste sie sich wie vorgeschrieben schminken und 13 Tage hat sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen einen Tanz aufgeführt.

Tanz der Toyota-Hostessen:

«Die positiven Eindrücke überwiegen», sagt die Kommunikationsstudentin. So hat sie während der zwei intensiven Wochen in der Westschweiz viele nette Menschen kennengelernt. «Ich hoffe, wir können den Kontakt aufrecht erhalten.» Die meisten Hostessen und Hosts befänden sich ebenfalls im Studium. «Jetzt gehen alle wieder in ihr normales Leben zurück.» Auch neben den zehn Stunden Arbeitszeit habe man sich getroffen, zusammen Party gemacht. «Manche sind jeden Tag in den Ausgang gegangen. Ich nur zwei oder drei Mal, denn das Aufstehen am Morgen danach war jeweils hart», sagt sie.

Kunden mit Mundgeruch

Am Autosalon hat Lilian etwas fürs Leben gelernt: «Man geht auf die Leute zu, beantwortet ihre Fragen, bekommt Übung darin, über den eigenen Schatten zu springen.» Meistens seien die Messebesucher freundlich und interessiert gewesen, sagt die 24-Jährige. Sei ihr ein Wort nicht in Französisch eingefallen, habe ihr das niemand vorgehalten. «Nur ganz wenige verhielten sich unanständig oder hatten Mundgeruch. Wirklich schlimme Erfahrungen habe ich aber nicht gemacht.»

Nach der Messe an die frische Luft

Welches Auto sie sich selbst kaufen würde, jetzt, wo sie so viele Modelle gesehen hat? «Ich würde mir natürlich einen Toyota kaufen», sagt die Botschafterin der japanischen Automarke und schmunzelt. «Ich habe mir die anderen Autos gar nicht so angesehen. Während meiner Pausen oder am Feierabend bin ich lieber an die frische Luft gegangen, als ausgiebig das Messegelände zu erkunden.»

«Es wurde respektvoll mit mir umgegangen»

Lilian Wehrle kann sich vorstellen, auch in einem anderen Jahr wieder als Hostess zu arbeiten. «Ich hatte in Genf eine coole Zeit, die positiven Erinnerungen bleiben.» Sie freut sich, dass die meisten Autohersteller keine Models mehr anstellen, die sich in kurzen Rocken und hohen Schuhen auf Motorhauben räkeln. «Man muss sich nicht mehr so sexy und anzüglich geben, wie dies vielleicht früher der Fall war. Es wurde sehr respektvoll mit mir umgegangen.»

(lag)


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