«Ich weiss nicht, was ich tun soll»

Der Doppelstaatsbürger Hossein Khoshbakhty wartete vergeblich auf seinen Bruder.
Der Doppelstaatsbürger Hossein Khoshbakhty wartete vergeblich auf seinen Bruder. © (Screenshot)
Ein emotionales Video von Samstagabend verdeutlicht die Verzweiflung, die viele Menschen empfinden, nachdem US-Präsident Donald Trump ein Einreiseverbot für Bürger von sieben Staaten des Nahen Ostens und Afrikas veranlasst hat. Der Iraner Hossein Khoshbakhty wartete an einem US-Flughafen auf seinen Bruder. Doch vergebens – dieser durfte die Grenze nicht übertreten.

Aufgrund des Einreiseverbots werden derzeit Dutzende Betroffene an Flughäfen festgehalten, darunter auch solche im Besitz der Greencard, einer zeitlich unbeschränkten Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung für die USA.

«Ich weiss nicht, was ich tun soll. Wir haben doch nichts falsch gemacht», sagte Hossein Khoshbakhty ratlos. Er wartete gestern am Flughafen in Los Angeles auf seinen Bruder. Dieser wurde wegen Donald Trumps Einreiseverbot für viele Muslime aber nicht in die USA gelassen.

Für Probleme von anderen bestraft

Khoshbakhty, der seit knapp 20 Jahren Doppelstaatsbürger der USA und des Irans ist, habe bei den zuständigen Behörden gefragt, was er dagegen tun könne, da habe man ihm geantwortet: «Nichts.» Er wisse, dass die Beziehungen zwischen dem Iran und den USA beeinträchtigt seien. «Aber wir sind nicht die Regierung, sondern Menschen. Wir machen doch nichts.»

Genau wegen solcher Dinge seien sein Bruder und er aus dem Iran weggegangen. «Wir haben nicht gewusst, dass wir die gleiche Situation hier haben würden. Ich bin auch Amerikaner, arbeite hart und baue als Handwerker Häuser für Amerikaner.»

Ausweisungen von Richterin blockiert

Unterdessen hat ein New Yorker Gericht am Samstagabend einen Teil der von US-Präsident Donald Trump angeordneten Einreisesperre gegen viele Muslime vorübergehend ausser Kraft gesetzt. Mit ihrer Entscheidung gab Richterin Donnelly der Klage der Bürgerrechtsorganisationen nun teilweise statt. Sie argumentierte, den Betroffenen drohe «erheblicher und nicht wieder gutzumachender Schaden», sollten sie in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden.

(cla.)


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