Identitäre in Seenot – NGO kommen zu Hilfe

Die «C-Star» der Identitären Bewegung.
Die «C-Star» der Identitären Bewegung. © Twitter/Defend Europe
Laut mehreren unabhängigen Quellen ist das Schiff der rechtsextremen Identitären Bewegung manövrierunfähig. Nun muss ausgerechnet ein Schiff einer NGO die Rechtsextremen retten.

Irgendwie ist da der Wurm drin. Eigentlich wollten Mitglieder der Identitären Bewegung vor der Küste Libyens patrouillieren, Flüchtlingsboote versenken und die Flüchtlinge zurück nach Nordafrika bringen. Die Aktion hätte unter dem Namen «Defend Europe» (Europa verteidigen) laufen sollen.

«Hätte» ist das entscheidende Wort. Denn zuerst kamen die Identitären nirgends eine Anlegeerlaubnis, dann wurden sie zwischenzeitlich auf Zypern festgenommen – sie hatten sich als Schlepper betätigt, indem sie sri lankische Flüchtlinge an Board anstellten – und jetzt fährt das Schiff nicht mehr.

Die Identitären bezichtigen NGOs der Schlepperei. Sie sind also nicht wirklich Fans dieser Hilfsorganisationen. Nun brauchen die Rechtsextremen aber selbst eine solche Organisation. Wie Sea-Eye, eine NGO, mitteilt, sei ein Schiff der Organisation zur Rettung abgestellt worden. «Ein Sprecher der Operation SOPHIA informierte am Freitagvormittag den Vorsitzenden von Sea-Eye davon, dass das Nazi-Schiff mit einem Maschinenschaden manövrierunfähig und der Hilfe bedürftig sei», heisst es.

Die Sea-Eye müsse als Schiff, das am nächsten ist, zur Hilfe kommen. Sea-Eye-Vorsitzender Michael Buschheuer: «In Seenot Geratenen zu helfen, ist die Pflicht eines jeden, der auf See ist – unterschiedlich zu ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Gesinnung.»

«Defend Europa» schreibt auf Twitter es handle sich um ein «kleineres technisches Problem». Der Hauptmotor sei gestoppt worden, offiziell sei das Schiff deshalb nicht unter Kontrolle. In Folge dessen seien Schiffe in der Nähe informiert worden.

(rr/red.)


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