Keinen Appetit auf Schweizer Guetzli

Produkte aus Schweizer Industrie-Backöfen waren 2015 im Ausland deutlich weniger gefragt als im Vorjahr. (Archivbild)
Produkte aus Schweizer Industrie-Backöfen waren 2015 im Ausland deutlich weniger gefragt als im Vorjahr. (Archivbild) © Keystone/DAVID JOSS
Schweizer Dauerbackwaren-Hersteller haben 2015 deutlich weniger Guetsli und andere Dauerbackwaren exportiert. Einzig Produkte wie Zwieback oder Knäckebrot wurden mehr ausgeführt. Auch im Inland ging der Absatz von Dauerbackwaren leicht zurück.

Biscosuisse, der Verband der 24 in der Dauerbackwaren-Industrie tätigen Unternehmen, sprach in der Mitteilung vom Montag von einem Rückschlag im Exportgeschäft. Noch 13’050 Tonnen Dauerbackwaren, 5 Prozent weniger als im Vorjahr, verkauften sie im Ausland. Der Umsatz sank um 5,9 Prozent auf 111,3 Mio. Franken.

Es ist der fünfte Rückgang der Exportmenge in Folge. Starke Einbussen erlitten Schweizer Hersteller mit Guetsli (minus 13 Prozent) und haltbaren Frischbackwaren (minus 11 Prozent). Zu dieser Produkte-Kategorie zählen beispielsweise Cakes oder Getreideriegel.

Zugelegt, und zwar um 4,7 Prozent, hat dagegen der Absatz von brotähnlichen Produkten wie Zwieback oder Knäckebrot im Ausland. Die Schweizer Hersteller von Dauerbackwaren setzen ein knappes Drittel ihrer gesamten Produktion (29,7 Prozent) im Ausland ab. Dieser Exportanteil ging gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent zurück.

Einen Rückschlag hinnehmen mussten die Schweizer Hersteller in ihrem wichtigsten Absatzmarkt Deutschland. Um nicht weniger als 24 Prozent schrumpften die Exporte ins nördliche Nachbarland im Jahr der Aufhebung des Euro-Mindestkurses.

Mehr Appetit auf Schweizer Guetsli, Apérogebäck oder Cakes hatten dagegen die Menschen in China (plus 86 Prozent), Japan (plus 30 Prozent), Saudi-Arabien (plus 25 Prozent) und Schweden (plus 13 Prozent). Auch im zweitwichtigsten Exportland Frankreich stieg die Ausfuhrmenge um 4 Prozent.

Sorgen machen den Schweizer Dauerbackwarenherstellern nicht nur der starke Franken, sondern auch politische Unsicherheiten und regulatorische Erschwernisse, wie Biscosuisse schreibt. Wegen des Agrar-Grenzschutzes müssten die Firmen Mehl und Butter zu Preisen einkaufen, die weit über dem europäischen Niveau lägen.

Doch das “Schoggigesetz”, das mit Subventionen für Exporte von verarbeiteten Landwirtschaftsprodukten für einen Ausgleich sorge, werde ab 2021 auf Druck der Welthandelsorganisation (WTO) verboten. Mehrkosten befürchten die Dauerbackwaren-Hersteller auch wegen der “Swissness”-Regeln und des revidierten Lebensmittelrechts.

Doch auch im Inland gingen die Verkäufe von Schweizer Dauerbackwaren um 2,5 Prozent zurück, auf 30’923 Tonnen. Der Umsatz sank um 0,4 Prozent auf 336,6 Mio. Franken. Nur “haltbare Frischbackwaren” und “brotähnliche Gebäcke” wurden mehr verkauft als 2014.

Die Einfuhrmenge von Dauerbackwaren erhöhte sich um 1,2 Prozent. Der Absatz von Dauerbackwaren in der Schweiz insgesamt sank um 1 Prozent. Der Pro-Kopf-Konsum ging um 140 Gramm auf 6,44 Kilogramm zurück. Die Schweizer Hersteller hatten 2015 einen Marktanteil von 58 Prozent, 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

(SDA)


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