“Im Espenmoos isch de Tüüfel los”

Das legendärde Espenmoos-Stadion: Bis 2008 trug der FCSG seine Heimspiele dort aus,
Das legendärde Espenmoos-Stadion: Bis 2008 trug der FCSG seine Heimspiele dort aus, © St.Galler Tagblatt
In einem Archiv ist eine neue alte FCSG-Hymne aufgetaucht, die nie zuvor gespielt wurde. Der Verein freut sich darüber.

“Samschtigoobig im Espemoos – s’isch alles parat, s’goht etzdenn los…”, so beginnt ein längst verschollener FCSG-Song der Schweizer Kultband Mumpitz. Die Band hat den Song nie veröffentlicht, er lag 22 Jahre lang im Archiv und ist nun aufgetaucht: “Nostalgie pur”, schreibt das St.Galler Tagblatt.

Entstanden ist die Hymne im Jahr 1994, als die Espen noch von Uwe Rapolder trainiert wurden. Geschrieben wurde der Song von Roman Riklin, der als Komponist von Musicals wie beispielsweise “Ewigi Liebi, “Ost Side Story” oder “Mein Name ist Eugen” erfolgreich ist.

“Ein paar hundert Franken bekommen”

Die Zeit hat aber ihre Spuren hinterlassen, die Erinnerungen an die Entstehungsgeschichte des Songs sind nach so langer Zeit etwas verblichen. “Es war ein Auftrag. Wir erhielten ein paar hundert Franken”, sagt der Komponist und Texter.

Warum er damals genau diese Worte für den Song wählte, weiss er aber nicht mehr. Er kann sich nur noch daran erinnern, dass er den Song kurzfristig geschrieben habe.

Roman Riklin, Komponist und Musiker. (St.Galler Tagblatt/Michel Canonica)

Der St.Galler, der auch nach mehr als zehn Jahren fern der Heimat dem FCSG die Daumen drückt, glaubt nicht, dass der Song jemals im Stadion gespielt werden könnte. Er sei eine lustige Anekdote im Rahmen einer Jugendsünde. Und für heutige Ohren sei er “schon etwas ältelig”, sagt Riklin amüsiert.

“Zu rockig”

Damals landete das Lied nicht auf einer CD oder im Stadion, sondern im Archiv. Der Grund: Die Melodie war zu rockig, der Text zu schnell war, wie das Tagblatt schreibt. Ähnlich tönt es heute: “Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Song als Hymne geeignet wäre”, sagt FCSG-Mediensprecher Daniel Last. Dafür sei er zu zackig und schnell. Ein Hymne müsse “vom ganzen Stadion angenommen werden”. Er verweist auf den Fussball-Klassiker schlecht hin: Liverpools “You’ll never walk alone”.

Dennoch: Der Verein zeigt sich erfreut über die Trouvaille: “Fansongs sind immer schön”, sagt Last.

(red)


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