“Im Januar muss es schneien”

In vielen Skigebieten fehlt der Schnee hier in Airolo.
In vielen Skigebieten fehlt der Schnee hier in Airolo. © KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay
Das schöne Wetter freut nicht jeden. Im Bündnerland mussten einige Bergbahnen bereits Kurzarbeit anmelden. Im Kanton St. Gallen ist die Situation noch nicht so verheerend, trotzdem spüren einige Toggenburger Sportgeschäfte, dass die Kunden ausbleiben.

Strahlender Sonnenschein, grüne Wiesen und Temperaturen um die 12 Grad – es ist aussergewöhnlich warm in diesem Winter. Vom Schnee ist weit und breit nichts zu sehen. Zwar können die Skigebiete einige Pisten öffnen und auch die Skilifte sind teilweise benutzbar. Viele Gäste bleiben jedoch weg. Bis jetzt haben noch keine Bergbahnen in St. Gallen Kurzarbeit angemeldet aber: “Es haben sich einige Sportgeschäfte bei uns über Kurzarbeit erkundigt”, sagt Walter Abderhalden vom St.Galler Amt für Wirtschaft und Arbeit.

Der Schnee muss im Januar kommen

“Das warme Wetter ist schon ein Problem”, sagt Dani vom Sportgeschäft Seasonbox in Wildhaus. Ein Blick in die Umsätze zeigt, dass das Geschäft besser läuft als letztes Jahr, dennoch dürfte dieses Jahr schwierig werden: “Im letzten Jahr wussten wir, dass der Schnee am 25. Dezember kommt”, sagt er, dieses Jahr sei dies anders. Erst Anfang Januar dürfte es eine Kaltfront geben, allerdings ist noch ungewiss, ob dann auch wirklich Schnee fällt. “Wir verkaufen zwar Skier und Helme, dennoch bleiben die Tagestouristen aus.” Auf diese Tagestouristen seien sie jedoch angewiesen. “Es fehlt einfach die Stimmung”, niemand denke bei diesen Temperaturen ans Skifahren.

Stammkundschaft rettet Geschäfte

Ähnlich sieht die Situation bei Sutter Sport in Alt St. Johann aus. “Wir erzielen im Moment noch einen besseren Umsatz als letztes Jahr”, sagt Stefan Sutter. In diesem Jahr habe es immerhin im November noch ein bisschen geschneit. Letztes Jahr sei der Schnee erst nach Weihnachten gekommen. Er nervt sich ausserdem ab den negativen Medienberichten: “Im Toggenburg haben die Pisten geöffnet”, es sei nicht so, dass man dort gar nicht Skifahren könne. Ausserdem hätten sie eine Stammkundschaft, die so oder so jedes Jahr käme.

Auch Karl Alpiger, der ein Geschäft in Wildhaus und Alt St. Johann besitzt sagt, dass sie eine treue Stammkundschaft hätten. Diese kommen jedes Jahr. “Wir spüren daher den fehlenden Schnee noch nicht besonders.” Er sagt aber, dass die Sportgeschäfte in den Städten da wohl eher vor Problemen stehen.

Im Januar muss es schneien

Dies verneint Patrik Sparr vom Pais Sport in St. Gallen. “Im Moment haben wir die Kunden, die so oder so Skiausrüstung kaufen.” Es gäbe verschiedene Phasen der Einkäufer. Schlimm werde es erst, wenn im Januar kein Schnee falle. Dann nämlich kommen die Stimmungskäufer und ohne Winterstimmung keine Verkäufe. Im Moment seien sie noch sehr beschäftigt mit Skiservice, bereits jetzt spüren sie jedoch, dass weniger Leute Handschuhe oder Mützen kaufen.

(abl)

Auf dem Kronberg fehlt der Schnee:


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