Im Kantonsrat soll Dialekt gesprochen werden

Der St.Galler Kantonsrat (Archivbild).
Der St.Galler Kantonsrat (Archivbild). © Ralph Ribi/St.Galler Tagblatt
Die St.Galler Parlamentarier führen ihre Diskussionen auf Hochdeutsch. Nun fordern Politiker, dass im Kantonsrat auch Mundart gesprochen werden darf.

Ausserrhoder, Glarner und Schwyzer Kantonsräte dürfen, die St.Galler aber nicht: Mundart im Parlament diskutieren. Das wollen die Kantonsräte Meinrad Gschwend (Grüne, Altstätten) und Erwin Böhi (SVP, Wil) ändern. Sie haben eine Motion eingereicht, die von über zwanzig Politikern mitunterzeichnet wurde.

Es stehe auch dem Kanton St.Gallen gut an, den Dialekt vermehrt zu pflegen, schreiben sie. Zur Unterstreichung der kulturellen Identität soll im Geschäftsreglement deshalb “ausdrücklich erwähnt werden, dass die Beratungen im Kantonsrat sowohl in der Schriftsprache, als auch in Mundart geführt werden können.”

Wie die Motionäre schreiben, erlebt die Mundart derzeit eine “eigentliche kulturelle Blüte”. Sie finde bei der Jugend und in den Sozialen Medien grossen Zuspruch.

Laut Motion ist in den Deutschschweizer Kantonsparlamenten die Frage der Verhandlungssprache unterschiedlich geregelt. In Ausserrhoden, Bern, Baselland, Glarus, Schaffhausen, Solothurn und Schwyz sehen die Reglemente vor, dass die Parlamentsmitglieder für ihre Beratungen neben der Schriftsprache auch Mundart verwenden können. In Ausserrhoden, Baselland, Solothurn und Schwyz sei sie gar vorgeschrieben.

(red)


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