Weiterer Alpinist im Monte-Rosa-Massiv verunglückt

Wunderschön, aber nicht ohne Gefahren:  Der Gornergletscher (vorne) und hinten Teile des Monte-Rosa-Massivs. Auf dem Weg zur Dufourspitze (rechts) waren die drei Walliser Bergsteiger, die am Sonntag in den Tod stürzten. Unterwegs zum Pollux (links) starben heute zwei weitere Bergsteiger. (Archiv)
Wunderschön, aber nicht ohne Gefahren: Der Gornergletscher (vorne) und hinten Teile des Monte-Rosa-Massivs. Auf dem Weg zur Dufourspitze (rechts) waren die drei Walliser Bergsteiger, die am Sonntag in den Tod stürzten. Unterwegs zum Pollux (links) starben heute zwei weitere Bergsteiger. (Archiv) © KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA
Im Monte-Rosa-Massiv ist am Montag erneut ein Alpinist tödlich verunglückt. Es ist das dritte Bergdrama innert gut 24 Stunden: Am Sonntag hatten drei Walliser und zwei deutsche Alpinisten bei zwei Unglücken ihr Leben verloren.Der dritte tödliche Unfall ereignete sich auf Schweizer Seite.

Ein 64-jähriger Holländer, der in einer Fünfer-Gruppe am Castor unterwegs war, stürzte am Montag gegen 12 Uhr in die Tiefe, wie die Walliser Kantonspolizei mitteilte.

Die Rettungskräfte von Air Zermatt konnten nur noch den Tod des Holländers feststellen. Die fünf Bergsteiger waren laut Polizei nicht angeseilt gewesen.

Innert gut 24 Stunden haben damit insgesamt sechs Alpinisten im Monte-Rosa-Massiv ihr Leben verloren, fünf davon auf italienischer Seite. Am Montagmorgen waren zwei Männer im Alter von 50 und 36 Jahren tot aufgefunden worden.

Die beiden Deutschen waren nach Angaben der Bergrettung wahrscheinlich am späten Sonntagnachmittag rund 400 Meter in die Tiefe gestürzt. Die beiden Verunglückten rutschten nach ersten Erkenntnissen der italienischen Bergrettung auf dem Grat des Castor auf 4200 Metern Höhe auf Eis aus, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Ein dritter Alpinist, der zu den beiden gehört hatte, hatte sich nicht mit ihnen auf den Weg gemacht. Er war wegen eines medizinischen Problems per Helikopter in ein Spital geflogen worden. Am Montagmorgen wurde er entlassen.

Gemäss der italienischen Nachrichtenagentur Ansa ist die Route, auf der sich das Unglück ereignete, in dieser Jahreszeit unter Bergsteigern beliebt.

Ebenfalls am Sonntag waren drei Schweizer Bergsteiger am Monte Rosa in den Tod gestürzt. Am Montag wurde bekannt, dass die drei Verstorbenen aus der Region Siders im Kanton Wallis stammten.

Wie die Regionalzeitung “Le Nouvelliste” berichtete, gehörten die Verunglückten den Sektionen Montana-Vermala und Siders des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) an. Der Präsident der SAC-Sektion Montana-Vermala, Xavier Robyr, bestätigte dies am Montag.

Die Alpinisten gehörten gemäss einem Sprecher der Bergrettungsorganisation im Aostatal zu einer Seilschaft von acht Personen. Diese wollte die Dufourspitze besteigen, wie Robyr sagte. Die drei Männer stürzten beim Aufstieg zur Zumsteinspitze ab, nachdem sich grosse Schneemassen gelöst hatten. Die Lawine riss sie 800 Meter in die Tiefe.

Ihre Kameraden konnten laut Agenturberichten Alarm auslösen. Sie wurden von Rettungsteams geborgen und in eine Berghütte gebracht. Die Toten sollen geborgen werden, sobald es die Wetter- und Schneeverhältnisse zulassen.

Das Monte-Rosa-Massiv liegt an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Sein Hauptgipfel, die 4634 Meter hohe Dufourspitze, liegt in der Schweiz.

(SDA)


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