Spitzenwert an illegalen Einreisen

Flüchtlinge und Grenzwächter bei der Kontrolle am Bahnhof in Chiasso TI. (Archiv)
Flüchtlinge und Grenzwächter bei der Kontrolle am Bahnhof in Chiasso TI. (Archiv) © Keystone/TI-PRESS/PABLO GIANINAZZI
Mit den Temperaturen steigen in der Schweiz auch die Flüchtlingszahlen weiter an. Vor allem an der Südgrenze häufen sich die illegalen Einreisen. In der letzten Juniwoche griff das Grenzwachtkorps (GWK) im Kanton Tessin 1044 rechtswidrige Aufenthalter auf.

Dies geht aus den provisorischen Wochenzahlen der eidgenössischen Zollverwaltung hervor, die am Montag publiziert wurden. In der letzten Maiwoche waren es laut der Statistik noch 719 gewesen. In den anderen Grenzregionen hingegen ist es ruhiger. Über die Zahlen hatten am Dienstag mehrere Medien berichtet.

Die Gesamtzahl der Ende Juni angehaltenen Migranten im Südkanton erreichte damit einen Spitzenwert seit Beginn der wöchentlichen Erfassung im November 2015, wie eine Sprecherin der Zollverwaltung am Dienstag auf Anfrage sagte. Bei den registrierten Personen handelt es sich um Menschen, welche die Einreisebestimmungen für den Schengenraum nicht erfüllen.

Die grösste Personengruppe, die das Grenzwachtkorps in der letzten Juniwoche an der Schweizer Grenze in Chiasso anhielt, stammt laut der Statistik aus Eritrea. Danach folgen Äthiopien und Nigeria. Aus Eritrea stammten 529 Personen. Das sind mehr als doppelt so viele wie in der letzten Mai-Woche (246).

Die Gesamtzahl der im Tessin Aufgegriffenen relativiert sich jedoch: 504 der über 1000 registrierten Personen wurden vom GWK unter der Rubrik “Wegweisungen” erfasst und müssen nach Italien zurückgeführt werden.

Die Zahl ist auch nicht mit der Anzahl Asylsuchender zu verwechseln, welche jeweils das Staatssekretariat für Migration ausweist. Nicht alle rechtsrechtswidrigen Aufenthalter sind automatisch auch Flüchtlinge im Sinne der Flüchtlingskonvention.

Zudem sind in den provisorischen Zahlen auch nicht alle Personen mit mangelhaften Reisedokumenten oder ohne Papiere erfasst, da die Grenzwächter längst nicht alle Migranten an der Grenze kontrollieren. Jene Menschen, welche die Schweiz um Asyl bitten, werden vom Grenzwachtkorps an die Empfangszentren des Bundes verwiesen.

(SDA)


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