Immer mehr Junge leiden an Depressionen

In der Klinik Littenheid gibt es immer mehr Fälle von Jugendlichen mit einer Depression.
In der Klinik Littenheid gibt es immer mehr Fälle von Jugendlichen mit einer Depression. © Andrea Stalder
Früher waren es die ab 40-Jährigen. Heute trifft es die 18 – 30-Jährigen. Die Diagnose Depression. In den Psychiatrischen Kliniken des Kanton Thurgau werden immer mehr junge Erwachsene wegen dieser Krankheit behandelt.

Ständig müde, traurig, ein Gefühl von Hilflosigkeit, Schuldgefühle oder keine Lust zu Nichts. Eine Depression ist eine ernst zunehmende Krankheit. Wie heue die Thurgauer Zeitung berichtet haben in diesem Jahr bereits 300 junge Frauen und Männer wegen einer Depression die Psychiatrische Klinik in Littenheid (TG) aufgesucht. Vor sechs Jahren waren es noch 88.

Im Spital Münsterlingen wurden im letzten Jahr 400 Menschen mit einer Depression behandelt. Junge Frauen sind häufiger betroffen.

Die Lebensumstände haben sich geändert

Gründe dafür gebe es mehrere. Wie Dr. med. Silke Bachmann von der Klinik Clienia in Littenheid gegenüber der Thurgauer Zeitung sagt: “Die Anforderungen in Studium und Beruf sind höher geworden, gleichzeitig brechen Familien auseinander, Bindungen sind unbeständiger.”

Auch haben immer mehr Hausärzte und Angehörige von Betroffenen in den letzten Jahren die Diagnose Depression als Erkrankung anerkannt. So sei die Entscheidung, sich professionelle Hilfe zu holen, nicht mehr ganz so schwer.

Im Leben der jüngeren Generationen gebe es kaum noch feste Strukturen. Ständige Wechsel im Privat- oder Berufsleben benötigen viel Energie. Die heutige Leistungsgesellschaft wolle immer mehr. Schneller – flexibler – besser!

Gute Heilungschancen

Eine Depression wird mit Psychotherapie und Antidepressiva behandelt. Die Heilungschancen stehen gut. Wer an einer schweren Form von Depression leidet wird stationär behandelt. Dabei wird die Therapie individuell auf den Fall abgestimmt.

Depressionen werden laut der Weltgesundheitsorganisation bis 2020 weltweit auf Rang zwei der häufigsten Krankheiten liegen. Gleich hinter den Herzkrankheiten.

(red)


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