Immer mehr machen sich aus dem Staub

Unfall in Steinach. Der Fahrer flüchtete zu Fuss von der Unfallstelle.
Unfall in Steinach. Der Fahrer flüchtete zu Fuss von der Unfallstelle. © Kapo SG
Was macht ihr, wenn ihr einen Parkschaden macht? Meldet ihr den Fall? Fahrt ihr davon? Eine Analyse der Kapo St.Gallen zeigt: Die Fälle von Fahrerflucht haben sich in den letzten Jahren verdoppelt.


Vor zwei Wochen wurde ein Mann in St.Gallen angefahren. Der Lenker oder die Lenkerin entfernte sich von der Unfallstelle, ohne sich um den verletzten Mann zu kümmern. Ein Fahrzeuglenker flüchtet vor einer Polizeikontrolle und wird später mit Alkohol im Blut angehalten.

Fälle von Fahrerflucht gibt es im Kanton St.Gallen viele. “Ja, tatsächlich ist ein Anstieg feststellbar”, sagt der Mediensprecher der Kapo St.Gallen, Gian-Andrea Rezzoli. In diesem Jahr gab es doppelt so viele Fälle von Fahrerflucht wie noch vor zwei Jahren. Konkret spricht Gian-Andrea Rezzoli von rund 160 Fällen zwischen Januar und Oktober dieses Jahres. Zwischen 2011 und 2013 waren es noch gerade rund 60 bis 80 Fälle.

Oft Alkohol oder Drogen im Spiel

“Vielfach sind es Fälle, bei denen es um Sachbeschädigung geht, sei dies ein Parkschaden, ein angefahrener Gartenzaun oder eine gestreifte Strassenlaterne”, sagt Rezzoli weiter. Viele halten es bei solchen Fällen nicht für nötig, die Person mit einem Zettel oder persönlich zu informieren. Bei schweren Verkehrsunfällen mit Verletzten komme Fahrerflucht zwar auch vor, dort ist die Zahl der Fälle aber wesentlich kleiner.

Als Grund für die Zunahme der Fahrerflüchtigen kann Rezzoli nur Vermutungen anstellen: “Letzten Endes fürchtet sich jeder vor den Konsequenzen.” Damit meint er einerseits die finanziellen Konsequenzen aber auch eine mögliche Anzeige. Es könne ausserdem sein, dass die Autofahrer unter Drogen- oder Alkoholeinfluss waren.

Man ist nie sicher

Die Polizei erwischt in sehr vielen Fällen die Flüchtigen: “Heutzutage kann man anhand von Lackspuren auf ein Fahrzeug schliessen, ausserdem erhalten wir viele Hinweise aus der Bevölkerung.” Diese informieren die Polizei über beschädigte Fahrzeuge. Wie Rezzoli sagt, kann sich heute niemand sicher fühlen, der einfach vom Tatort wegfährt.

(red)


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