Immerhin ein Pünktchen für verbesserten FCSG

Von Marco Latzer
Aratore (links) und Angha (rechts) sahen beim 1:1 gegen Sion endlich wieder einen Punktgewinn freuen. Bild: Keystone
Aratore (links) und Angha (rechts) sahen beim 1:1 gegen Sion endlich wieder einen Punktgewinn freuen. Bild: Keystone
Gerechte Punktetrennung zwischen dem FC Sion und dem FC St.Gallen. Nach den Klatschen der letzten Spiele gelingt der Zinnbauer-Elf ein unerwarteter Punktgewinn, auch wenn die Ostschweizer in den letzten Minuten noch einmal arg in Bedrängnis kamen. Hier geht es zu den Spielernoten.

Tor:

Daniel Lopar. Note: 3,5. Für einmal zog der Espen-Schlussmann keinen Glanz-Abend ein und sah beim Freistoss von Bia zum 1:1 doch ein wenig alt aus. Da verspekulierte er sich kurzerhand einfach. Weil er bislang eine überragende Saison spielt, sei ihm dieser eine Fauxpas auch mal vergönnt.

 

Verteidigung:

Silvan Hefti. Note: 4,0. Nach den heftigen Lernerfahrungen der letzten Spiele macht der Jungspund wieder deutlich an Boden gut, auch wenn er letztlich einen unauffälligen Abend einzieht.

Alain Wiss. Note: 4,5. Kam nach langer Verletzungspause für den gelbgesperrten Gelmi in die Mannschaft zurück und hatte neben seiner Erfahrung auch eine ganze Prise Stabilität für seine Abwehrkollegen im Gepäck. Hoffen wir, dass er fit bleibt.

Martin Angha. Note: 4,0. Hat sich nach seinen Vaduz-Böcken etwas gefangen und bleibt gegen Sion ohne grobe Schnitzer. Das ist genügend, aber auch nicht überragend.

Florent Hanin. Note: 4,5. Sehr aktiv auf dem Rasen; auch gegen vorne. Lief viel, traute sich endlich wieder einmal etwas. Eine halbe Note verdient er sich alleine für sein Engagement.

 

Mittelfeld:

Steven Lang: Note 3,5. Kein guter Abend für ihn. Hatte wenige Situationen, in denen er sich präsentieren konnte. Chance verpasst – gegen Basel muss mehr kommen, wenn er denn wieder von Beginn weg ran darf.

Mario Mutsch: Note 3,0. Besser als in Vaduz – aber das ist auch keine wirkliche Kunst. War phasenweise akut gelb-rot gefährdet, weil er weiterhin unbedarft auf die Bälle ging. Erstaunlich, dass Zinnbauer gegen dieses Sicherheitsrisiko nichts unternahm und den Luxemburger durchspielen liess.

Danijel Aleksic: Note 4,5. Er ist die offensive Lebensversicherung des FC St. Gallen. Nicht auszudenken, wo die Mannschaft stünde, wenn sie ihn nicht hätte. Hatte schon viel bessere Spiele, war aber mit seinem raffiniert provozierten Treffer in der zweiten Minute wieder der Mann für die wichtige Kiste.

Gianluca Gaudino. Note: 4,5. Aufwind auch bei der Bayern-Leihgabe. War der auffälligste Espen-Mittelfeldspieler an diesem Abend, gar noch einen Zacken überzeugender als Aleksic. Lief viel, fast immer anspielbar, auch wenn ihm weitaus nicht alles gelang.

Marco Aratore: Note 3,5. Verbrachte einen diskreten Abend im linken Mittelfeld. Fiel kaum auf.

 

Sturm:

Edgar Salli: Note 3,5. Kleiner, einsamer Einzelstürmer. Hat mit dieser taktischen Einstellung weiterhin einen undankbaren Stand und kaum Möglichkeiten, sich auszuzeichnen.

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller elf eingesetzten Spieler in der Startformation): 3,9.

Fazit: Die wenigsten Fans hätten nach den letzten Leistungen wohl ernsthaft mit einem Punkt in Sion gerechnet. Umso erfreulicher, dass der FC St.Gallen tatsächlich wieder einmal etwas für sein Selbstvertrauen machen und zur Beruhigung der erhitzten Gemüter im Umfeld beitragen konnte. Trotz der frühen Führung durch Aleksic musste die Mannschaft in der Schlussphase um das Unentschieden bibbern. Positiv zu erwähnen ist sicherlich die verbesserte Abwehr mit einem grundsoliden Wiss-Comeback. Weiterhin zu diskret sind die Grün-Weissen insbesondere in der Platzmitte, wo schnelles Umschaltspiel gefragt wäre. Trotz Führung im Rücken wurde in der zweiten Halbzeit kaum je brauchbar gekontert.

Und nun sind alle gespannt, wie sich der FC St.Gallen am Sonntag gegen Leader und Branchenprimus Basel aus der Affäre zieht. Auch hier dürfte, nüchtern betrachtet, nicht viel zu holen sein. Aber mit dem Publikum im Rücken liegt bei dieser Affiche für die Ostschweizer immer etwas drin.


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