Cupsieger Zürich eine Runde weiter

Yoric Ravet (Hintergrund) gewinnt mit YB in der 1. Cup-Runde 6:0
Yoric Ravet (Hintergrund) gewinnt mit YB in der 1. Cup-Runde 6:0 © KEYSTONE/EDDY RISCH
In der 1. Cup-Runde unterliegen die Amateure den Super-League-Klubs ausnahmslos. Einzig der FC Luzern stösst in Naters (4:1) vereinzelt auf spürbaren Widerstand. Spannung kam auf den Schweizer Nebenschauplätzen nicht auf, zu gering ist die sportliche Schubkraft der Namenlosen.

Die vier Vertreter der höchsten Profi-Etage, YB, Sion, Luzern und Lugano (3:0 gegen Moutier), fegten die Unterklassigen mit dem Gesamtskore von 19:2 vom Platz. Das Publikumsinteresse hielt sich ebenfalls in engen Grenzen: Die überschaubaren Zahlen variierten zwischen 2800 (Romontois) und blamablen 125 Zuschauern im Zürcher Stadtteil Seefeld.

Einen Tag nach der Entlassung von Coach Didier Tholot führte Präsident Christian Constantin den FC Sion als Interimstrainer zu einem problemlosen 6:1 beim Zweitligisten Romontois. Nach einer Viertelstunde führten die konzentrierten Walliser bereits 3:0. Stürmer Chadrac Akolo, der in der letzten Saison an Xamax ausgeliehen war, erzielte insgesamt drei Tore. Constantin gab hinterher bekannt, dass die Trainerfrage bis zum 27. August und der Nationalmannschaftspause beantwortet sein wird. Bis dahin dürfte er die Mannschaft in den kommenden zwei Meisterschaftsspielen gegen die Grasshoppers und Vaduz betreuen.

Uli Forte hatte im Vorfeld erklärt, den “Drive aus der Meisterschaft” in den Cup-Wettbewerb übertragen zu wollen. Der Leader der Challenge League erfüllte die Vorgaben des Trainers zumindest teilweise. Für den 2:0-Pflichtsieg benötigte der FCZ auf dem Neuenburger Kunstrasen nur 20 überzeugende Startminuten. Sangoné Sarr und Antonio Marchesano, ein Duo aus der zweiten Reihe des üppigen Kaders, sorgte für die frühe Differenz zu Gunsten des Europa-League-Teilnehmers. Auf personelle Experimente verzichtete Forte weitgehend. Er hat die erfolgreiche Verteidigung der Trophäe neben der sofortigen Promotion zum Hauptziel der Stadtzürcher deklariert. Der abermals in stattlicher Zahl angereiste Anhang honorierte den klaren Plan auch im Stade de la Charrière.

Der Walliser FIFA-Funktionär Jean-Paul Brigger hatte dem FC Luzern im Duell mit seinem Ex-Klub Naters einen ungemütlichen Nachmittag prophezeit. In seinem Heimatkanton gebe es “keine Spaziergänge”. Zumindest nach dem 1:2 von Saleh Chihadeh, in der 1. Liga mit einer respektablen Quote von 39 Toren in 98 Partien, kam bei den 2000 Zuschauern etwas Ambiance auf. Der FCL liess sich vorübergehend etwas aus der Reserve locken, kam aber dank Marco Schneuwly dennoch nicht von der Ideallinie ab – der Topskorer der Innerschweizer lotste Markus Babbels Equipe mit einer Triplette zum problemlosen Vorstoss unter die Top 32.

YB erspielte sich im unspektakulären Winterthurer Warm-up für das Champions-League-Playoff-Duell mit Borussia Mönchengladbach einen standesgemässen 6:0-Sieg gegen Veltheim. Ersatzkeeper Marco Wölfli hatte gegen den fünf Ligen tiefer klassierten SCV zwar früh eine heikle Szene zu entschärfen, mehr gestanden die fokussierten Berner dem chancenlosen Kontrahenten indes nicht zu. Milan Vilotic verschaffte den Gästen in der 15. Minute per Kopf den ersten Vorteil, nach einer ansprechenden ersten Hälfte erlitten die Amateure einen veritablen Einbruch.

Angesichts ihrer vollen Agenda und mit Blick auf die wegen eines umfangreichen medizinischen Bulletins inzwischen sehr dünne Personaldecke bewältigte die YB-Prominenz die Aufgabe mehrheitlich im Energiesparmodus, mit dem deutlichsten Ergebnis der Saison deutete sie ihr Unterhaltungspotenzial gleichwohl vereinzelt an.

In der Challenge League hat Winterthur den Platz in drei von vier Fällen als Verlierer verlassen, im Knock-out-Wettbewerb überstand der im Sommer umformierte FCW den beeindruckenden Sturmlauf Yverdons mit Glück unbeschadet. Der 4:1-Erfolg gegen den früheren NLA-Klub trügt. Bis zum entscheidenden Kontertor von Manuel Sutter (82.) stand der vom Xamax-Altmeister Philipp Perret gecoachte 1.-Liga-Vertreter dem 2:2 mehrfach nahe. Der Zwei-Klassen-Unterschied war während rund einer Stunde nicht zu erkennen.

Köniz, der ambitionierte Berner Amateur-Klub, im Vorjahr nach einem 3:1-Coup gegen GC erst im Viertelfinal in der Verlängerung von Lugano gestoppt, erreichte die nächste Runde mit einem 2:1 gegen den seinerseits prominent bestückten Quartier-Verein Seefeld; im Team der Zürcher verteidigte Simone Materazzi, der Halb-Bruder des italienischen Ex-Weltmeisters Marco, an der Seite des TV-Bachelors Vujo Gavric.

(SDA)


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