Inder wollen sich nicht von ihrem Gold trennen

In Indien ist Goldschmuck sehr beliebt. Das Gold, dass die Frauen an der Hochzeit bekommen, ist für viele Familien auch eine Art Notgroschen für schlechte Zeiten. (Archiv)
In Indien ist Goldschmuck sehr beliebt. Das Gold, dass die Frauen an der Hochzeit bekommen, ist für viele Familien auch eine Art Notgroschen für schlechte Zeiten. (Archiv) © Keystone/EPA/RAMINDER PAL SINGH
Mit dem Vorhaben, grosse Mengen Gold einzusammeln, stösst Indiens Regierung bei den Bewohnern auf wenig Gegenliebe. Die Inder wollen sich nicht von ihren Schätzen trennen. Die indische Regierung möchte das Edelmetall einsammeln, um die Goldimporte zu reduzieren.

Der Import des Goldes lässt das Leistungsbilanzdefizit Indiens – des zweitgrössten Goldimporteurs der Welt – jedes Jahr anschwellen. Für ihre Goldeinlagen bekommen die Menschen nun 2,5 Prozent Zinsen.

In den ersten beiden Wochen des Programms seien jedoch nur gerade 400 Gramm der schätzungsweise rund 20’000 Tonnen Gold in Privathaushalten bei Banken abgegeben worden, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums in Neu Delhi am Montag.

In Indien hat fast jede Familie für schlechte Tage einen kleinen Schatz Zuhause. Im Falle einer Familientragödie werden Ketten, Ohrringe und Armreifen verkauft. Sie sind auch wichtige Erbstücke.

Geben die Familien ihren Schmuck nun bei einer der Banken ab, wird das Gold allerdings eingeschmolzen – damit geht der immaterielle Wert verloren. “Es wird nicht einfach, mit der Tradition des Goldkaufens zu brechen. Das hat nicht nur finanzielle Gründe, sondern ist auch an Traditionen gebunden”, sagte Orijit Gupta vom Verband der Edelstein- und Schmuckhändler.

(SDA)


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