Infobroschüren gegen Lawinen-Unfälle

Ab einer Gefahrenstufe 3 sollen Wintersportler ohne nötige  Lawinenkenntnisse nur noch gesicherte, gelb markierte Abfahrtsrouten benützen. (Symbolbild)
Ab einer Gefahrenstufe 3 sollen Wintersportler ohne nötige Lawinenkenntnisse nur noch gesicherte, gelb markierte Abfahrtsrouten benützen. (Symbolbild) © /KEYSTONE/GIANCARLO CATTANEO
Der Tiefschnee lockt immer mehr Wintersportler abseits der Pisten – auch solche ohne ausreichende Lawinenkenntnisse. Im Jahr verunglücken im Schnitt 16 Tourengänger, 12 Freerider und 3 Schneeschuhläufer tödlich. Das bfu will diese Zahl mit einer Kampagne senken.

Die unberührten Schneelandschaften jenseits der markierten und gesicherten Pisten ziehen in der Schweiz immer mehr Sportlerinnen und Sportler an, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) am Dienstag mitteilte. Nebst Tourenskifahrerinnen oder Schneeschuhwanderer seien das auch zunehmend Freerider (Variantenfahrer).

Doch abseits gesicherter Pisten und Routen gibt es Risiken wie die Absturz- und die Lawinengefahr. Rund die Hälfte der tödlichen Schneesport-Unfälle abseits der Pisten werden durch Lawinen verursacht. Rund 60 Prozent dieser Lawinen-Opfer seien Tourengänger, 30 Prozent Freerider. 90 Prozent hätten die Lawine selbst ausgelöst.

Um diese Zahl zu senken, will die bfu mit neuen Informationsbroschüren auf die Gefahren und Risiken der betroffenen Sportarten aufmerksam machen. Zudem gibt sie Tipps, wie Unfällen vorgebeugt werden kann.

Das Risiko, eine Lawine auszulösen, ist abhängig von den Wetter- und Schneeverhältnissen, vom Gelände und vom eigenen Verhalten. Die Unfallstelle legt allen, die Abseits der Pisten unterwegs sind, nahe, einen Lawinenkurs zu besuchen, sich über die aktuellen Wetter- und Schneeverhältnisse zu informieren und eine Notfallausrüstung mitzunehmen.

Zur Ausrüstung gehören ein Suchgerät für Lawinenverschüttete (LVS), Sonde und Schaufel. Die Ausrüstung biete keinen Schutz vor Lawinen, könne aber im Notfall die Überlebenschance erhöhen, ruft die bfu in Erinnerung. Man solle sich vor dem Ausflug mit deren Handhabung vertraut machen und die Rettung üben. Denn die Chance, lebend gefunden zu werden, nehme bereits nach 15 Minuten drastisch ab. Jede Minute zähle.

Zu einer vollständigen Ausrüstung zählt zudem eine Taschenapotheke, eine Rettungsdecke, ein geladenes Handy und ein kleines Reparaturset.

Informationen zu den aktuellen Verhältnissen stellt etwa das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF zur Verfügung. Dieses veröffentlicht im Winter täglich um 8 Uhr und um 17 Uhr ein Lawinenbulletin. Es schätzt die Lawinengefahr mit der europaweit verwendeten, fünfstufigen Gefahrenskala ein.

Für Wintersportler, die nicht über die nötigen Lawinenkenntnisse und ausreichend Erfahrung verfügen, empfiehlt die bfu, ab einer Gefahrenstufe 3 ausschliesslich gesicherte, gelb markierte Abfahrtsrouten oder signalisierte Schneeschuhrouten zu benützen.

Generell sollen sich Sportler ohne Erfahrung und Kenntnisse nicht alleine auf Tour begeben, sondern sich lawinenkundigen Personen oder Leitern anschliessen. Für mehr Sicherheit im Tiefschnee appelliert die bfu an die Eigenverantwortung der Sportlerinnen und Sportler.

http://medien.bfu.ch

(SDA)


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