Das falsche Leben eines Instagram-Stars

Alles nur Show. "Für dieses Foto gab es keinen anderen Grund als den Bikini zu promoten.", sagt Essena O'Neill.
Alles nur Show. "Für dieses Foto gab es keinen anderen Grund als den Bikini zu promoten.", sagt Essena O'Neill. © Instagram/essenaoneill
Essena O’Neill ist ein Social Media-Star. Auf Instagram hat sie hat über 700’000 Follower. Damit ist Schluss: Für Likes will sie nicht mehr hungern oder exzessiv Sport treiben. “Social Media ist nicht das echte Leben”, sagt die 19-Jährige.

Sie wollte berühmt sein, ein Instagram-Star mit zigtausend Followern. Das hat Essena O’Neill erreicht. Dafür hat die Australierin aber einen hohen Preis bezahlt. Nach Jahren der perfekten Selbstdarstellung im Internet fühlt sich die 19-Jährige ausgebrannt und leer. Für ein perfektes Foto hat sie tagelang gehungert oder hat extrem viel Sport betrieben. Sie ist extra früh aufgestanden, um das richtige Licht einzufangen und hat sich als Minderjährige in sexy Posen geworfen.

Jede freie Minute ihres Lebens nutzte sie, um im Internet auf sich aufmerksam zu machen. Ihre Bilder sollten den unangestrengten Eindruck erwecken, dass bei ihr alles ganz natürlich ist. Allem voran ihr Aussehen. Sich vegan ernähren? Kein Problem für Essena O’Neill. Mit einem Video feiert sie ihre einjährige, vegane Ernährung. “Auf vegane Kost umzusteigen, war die beste Entscheidung die ich je gemacht habe”, schwärmt die Australierin in ihrem Youtube-Video.

Bezahlte Posts

Nun schlägt der Instagram-Star Alarm. In einem Video verkündete sie letzte Woche, dass sie die sozialen Medien verlassen werde. Sie habe genug von der künstlichen Welt in der nur schlanke Menschen, gesunde Ernährung und gutes Aussehen zählen. Über Nacht hat sie 2000 Fotos von ihrem Instagram-Konto gelöscht.

Die noch 96 übrigen Fotos hat sie mit neuen Bildunterschriften versehen.

Bei dieser Bildunterschrift steht, dass sie 400 AUS-Dollar erhalten hat, damit sie das Kleid anzieht und auf Instagram veröffentlicht. Da sei aber nicht alles. Essena O’Neill kenne viele Online-Marken, die bis zu 2000 AUS-Dollar zahlen, wenn Blogger ihre Sachen posten.

100 Posen für 1 Foto

Beim nächsten Bild schreibt sie dazu: “NICHT DAS RICHTIGE LEBEN” – ich habe etwa 100 solcher Posen ausprobiert um meinen Bauch gut aussehen zu lassen. An diesem Tag habe ich kaum was gegessen. Ich habe sogar meine kleine Schwester angeschrien, dass sie so lange Fotos von mir machen soll, bis mir eines meinen Vorstellungen entsprechend gefallen hat.”

Letzte Woche nun die Abrechnung mit den sozialen Medien. Im folgendem Video erklärt Essena O’Neill ihren Rückzug:

Sie habe sich selbst nicht mehr erkannt und das habe ihr Angst gemacht. Die sozialen Medien seien bloss auf Geld aus. Firmen hätten ihr Sachen geschickt und ihr genau beschrieben, mit welchen Worten sie das Produkt bewerben soll. Sie hätten ihr sogar gesagt, an welchem Tag und um welche Uhrzeit sie das Foto veröffentlichen soll.

Eine 15-Jährige die exzessiv Sport betreibt, damit sie möglichst viele “Likes” für ihren Körper bekommt.

..und das bloggen geht doch weiter

In ihrem neusten Video erklärt Essena O’Neill unter Tränen, dass sie so dankbar für die Unterstützung ist, die sie durch diese Aktion nun erfährt. Es gebe nichts Perfektes daran, jeden Tag damit zu verbringen, sein Leben perfekt aussehen zu lassen. Es wäre nicht das echte, reale Leben.

OVERWHELMED AND BEYOND WORDS GRATEFUL from Essena O’Neill on Vimeo.

Auf ihrer neuen Webseite macht sie nun weiter. Zwar nicht mehr mit Mode- Beauty- oder Rezeptvorschlägen, aber sie bleibt dem Internet treu. Ihre Fans fordert sie auf, eine Woche ohne Facebook, Instagram & Co auszukommen und alle Apps auf dem Handy zu löschen. Sie habe dadurch viel mehr Freizeit gewonnen und weniger Stress erfahren.

Es gilt abzuwarten ob sie auch mit dieser Webseite einmal Schluss macht, um ausserhalb der Box zu denken.

 

(red/pal)

 

 


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